Kommentar: 9600 Hitze-Tote! Merz-Regierung muss endlich Tabu brechen und in die Pötte kommen

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Etwa 9600 Menschen sind infolge der extremen Hitzewelle Ende Juni gestorben, schätzt das Robert Koch-Institut (RKI). Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von etwa sechs Milliarden Euro, wie eine Analyse im Auftrag des Handelsblatts ergab. Ich fordere: Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) muss endlich ein Tabu brechen und auf die Hitze mit weitreichenden Maßnahmen reagieren!

Extreme Hitzewellen können Deutschland in der Zukunft immer wieder und wieder treffen. (Archivbild)
Extreme Hitzewellen können Deutschland in der Zukunft immer wieder und wieder treffen. (Archivbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Zur Ausgangslage: Extreme Hitzewellen mit Temperaturen jenseits der 40 Grad wie im Juni sind nicht einfach nur "Wetter", sie sind Naturkatastrophen.

Die hohe Zahl an Toten sowie der enorme wirtschaftliche Schaden erlauben es durchaus, dieses Wort zu verwenden.

Hinzu kommt, dass derartige Hitze-Katastrophen Deutschland infolge des Klimawandels in der Zukunft immer wieder und wieder treffen können, wie etwa die Physiker Axel Kleidon (57) und Harald Lesch (66) auf YouTube erklären.

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Es reicht daher nicht, wenn die Politik einfach nur irgendwelche Aktionspläne verfasst. Es muss Geld fließen, sehr viel Geld!

Hitzeschutz in den Städten: "Wie viele Dächer und Fassaden sind denn begrünt?"

Dachbegrünung kann dabei helfen, die Erhitzung eines Wohnhauses zu verringern. (Archivbild)
Dachbegrünung kann dabei helfen, die Erhitzung eines Wohnhauses zu verringern. (Archivbild)  © Armin Weigel/dpa/dpa-tmn

Die Finanzmittel müssen den Kommunen zukommen, damit diese in die Lage versetzt werden, endlich im großen Stil jene schon lange bekannten baulichen Veränderungen durchzuführen, die effektiv gegen Hitze Schützen:

  • mehr Bäume
  • mehr Grünanlagen und Parks
  • Fassaden- und Dachbegrünung
  • mehr Brunnen
  • mehr öffentliche Trinkwasserspender
  • weitreichende Entsiegelung asphaltierter Flächen

Wie weit es darum bestellt ist, kann jeder selbst feststellen, indem er einfach vor die Tür geht: Wann wurde denn im eigenen Wohnviertel zuletzt eine neue Grünanlage oder ein neuer Brunnen eingeweiht? Wie viele Dächer und Fassaden sind denn begrünt?

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In vielen Orten dürfte die Bilanz äußerst kritisch aussehen, was nicht verwundert: Die meisten Kommunen haben enorme Finanzprobleme.

Schulden für die "dringend erforderliche Anpassung an die Klimakatastrophe"

TAG24-Redakteur Florian Gürtler (48) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
TAG24-Redakteur Florian Gürtler (48) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.  © Florian Gürtler

Noch vor Beginn der Amtszeit der Merz-Regierung wurde die Schuldenbremse in der Verfassung reformiert und gelockert, allerdings nur für Rüstung.

In der Folge steigen die entsprechenden Ausgaben in diesem Jahr um etwa 25 Prozent auf 124,7 Milliarden Euro. Für alle anderen Bereiche gilt weiterhin die vormalige strenge Regel, die Schulden quasi zum Tabu erhebt - und dieses Tabu muss fallen!

Dies ist - in einem gewissen Rahmen - auch ohne Verfassungsänderung mit einfacher Kanzler-Mehrheit im Bundestag möglich, wie der Ökonom Maurice Höfgen (30) erklärt.

Wenn für Waffen Schulden gemacht werden dürfen, dann doch wohl auch für die offensichtlich dringend erforderliche Anpassung an die Klimakatastrophe.

Hinzu käme ein weiterer Vorteil: Die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen nutzen nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern, sie führen auch automatisch zu Aufträgen in der Wirtschaft, was das Bruttosozialprodukt steigen lässt - und Wirtschaftswachstum ist Friedrich Merz doch angeblich so wichtig.

Titelfoto: Montage: Frank Rumpenhorst/dpa, Florian Gürtler

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