Berlin - Laut einem internen Schreiben des Generalinspekteurs steuert die Bundeswehr in diesem Jahr auf einen Höchststand bei Fällen von sexualisiertem Fehlverhalten zu.
In einem Tagesbefehl an alle Soldaten, aus dem der "Spiegel" zitierte, brachte General Carsten Breuer (61) seine Sorge zu dem "Umfang der Meldungen zu sexualisiertem Fehlverhalten" innerhalb der Bundeswehr zum Ausdruck.
"Die Zahl der gemeldeten Fälle ist zu hoch", schrieb der ranghöchste Bundeswehr-Soldat laut dem Medienbericht. Dies sei "nicht akzeptabel".
Die Rede ist gar von einem neuen Höchststand an dieser Art von übergriffigem Fehlverhalten im Jahr 2026.
Angaben aus dem Verteidigungsministerium zufolge wurden im vergangenen Jahr 430 Fälle gemeldet. Eine Anzahl der bisher in diesem Jahr gemeldeten Fälle wurde nicht genannt.
Der Begriff "sexualisiertes Fehlverhalten" wird innerhalb der Truppe dabei sehr weit gefasst und beschreibt sowohl verbale Fehltritte, wie anzügliche und unangemessene Sprüche, sowie sexuelle Gewalt.
General Breuer mahnte dem internen Schreiben zufolge, dass solches Fehlverhalten keinen innerhalb der Streitkräfte habe und "weder durch Vorgesetzte noch Untergebene oder Gleichgestellte" akzeptiert werden dürfe.