AfD-Parteitag: Demonstranten wollten Absperrung durchbrechen und Polizisten angreifen
Von Simone Rothe, Jörg Ratzsch, Christian Rüdiger
Erfurt - Mit Videos zur Einstimmung auf die anstehenden Landtagswahlen im Osten des Landes hat die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt fortgesetzt.
Die AfD-Delegierten beschäftigen sich am zweiten Tag ihres Treffens mit weiteren Wahlen von Schiedsrichtern des internen Parteigerichts sowie Änderungen an der Bundessatzung und an der Finanz- und Beitragsordnung.
Dabei geht es etwa um die Gestaltung von Gesprächen bei der Aufnahme neuer Parteimitglieder, um Mitgliedsbeiträge und die Durchführung von Parteitagen.
Die wesentlichen Punkte hatte der Parteitag am Samstag zügig abgehakt. So war der Bundesvorstand neu gewählt worden, neben der Bestätigung von Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (51) als Führungsduo wurden einige Posten in dem 14-köpfigen Spitzengremium neu besetzt.
Der zweiten Tag des AfD-Delegiertentreffens in der Messe Erfurt hat laut Polizei Thüringen "störungsfrei" begonnen. Neben einer Fahrraddemo vom Hauptbahnhof zum Fischmarkt wird es gegen 12 Uhr an der Rathausbrücke eine Pressekonferenz des Gegenprotests geben. Ab 14 Uhr ist dort auch eine Versammlung angemeldet, teilten die Beamten mit.
Vereinzelt Pfefferspray und Zwang von Polizei eingesetzt
Der Samstag war von zahlreichen Demonstrationen, Protesten und Blockaden begleitet worden. Laut dem Bündnis "Widersetzen" hatten sich etwa 50.000 Menschen an Protesten beteiligt - darunter 17.000 an Blockaden. Die Polizei hingegen sprach von rund 31.000 Menschen.
Vereinzelt mussten die Einsatzkräfte mit Zwang auf Durchbruchsversuche bei Absperrungen oder Tätlichkeiten reagieren. Die Vorfälle vom Samstag würden analysiert, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage. Bei einer Blockade der A71 bei Erfurt durch Aktivisten habe es einen Schlagstockeinsatz gegeben. Videos dazu lägen vor.
Mehrfach sei Pfefferspray eingesetzt worden, wenn Beamte von Demonstranten stark bedrängt worden seien, betonte der Sprecher. Beim Versuch von Demonstranten, eine Absperrung im Ortsteil Frienstedt zu durchbrechen und Polizisten anzugreifen, hätten Einsatzkräfte körperliche Gewalt einsetzen müssen.
Insgesamt seien die Demonstrationen und Protestaktionen gegen den AfD-Bundesparteitag jedoch weitgehend friedlich verlaufen, bekräftigte der Polizeisprecher.
Erstmeldung: 5. Juli, um 8.23 Uhr, aktualisiert um 12.21 Uhr
Titelfoto: Jacob Schröter/dpa
