Begleitet von massiven Protesten: AfD hat neue Jugendorganisation gegründet!
Von Jan Brinkhus, Jens Albes, Christiane Warnecke, Christine Schultze, Florian Gürtler
Gießen - Begleitet von massiven Protesten hat die AfD in Gießen ihre neue Jugendorganisation mit dem Namen Generation Deutschland (GD) gegründet.
Bei dem Gründungskongress verabschiedeten mehr als 800 Teilnehmer ein entsprechendes Jugendstatut mit Regeln zur Rolle und Arbeit der neuen Organisation, die im Gegensatz zum Vorgänger Junge Alternative eng an die AfD angebunden sein soll.
Gegen die Neugründung protestierten seit Samstagmorgen Tausende Demonstranten in Gießen. Die Polizei ging dabei unter anderem mit einem Wasserwerfer gegen 30 bis 40 Protestierende vor, die versuchten, zu den Messehallen durchzubrechen, wo die Veranstaltung der in Teilen rechtsextremen Partei stattfindet.
Bereits am Vormittag hatte die Polizei einen Wasserwerfer gegen etwa 2000 Protestierende eingesetzt, welche die B429 blockierten.
Bei den massiven Protesten in der mittelhessischen Stadt hat es bislang zehn Leichtverletzte gegeben, wie die Gießener Uniklinik mitteilte.
Sie alle hätten eigenständig zu Fuß das Krankenhaus aufgesucht, erklärte ein Kliniksprecher. Er nannte etwa Verletzungen an Händen und Beinen als Beispiele.
Auch am frühen Samstagmorgen war die Polizei mit diversen Besetzungen konfrontiert gewesen: Mehrere Straßen seien "massiv" blockiert worden, betonte ein Polizeisprecher. Ein auf "X" veröffentlichtes Video soll etwa eine Straßenblockade bei der Gemeinde Heuchelheim westlich der Stadt zeigen.
Protest in Gießen: Polizisten mit Steinen beworfen
Am Samstagmorgen kam es auch zu Steinwürfen gegen Polizisten, als eine größere Gruppe von Demonstranten versuchte, eine Polizeiabsperrung an einem Umspannwerk vor Gießen zu durchbrechen. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt.
Ein großer Protestzug zog zudem am Morgen vom Bahnhof in die Innenstadt. Eine Polizeisprecherin sprach von einer "aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen".
Im Vorfeld waren insgesamt rund 50.000 Demonstrantinnen und Demonstranten gegen die AfD in Gießen erwartet worden.
Das Protestbündnis "Widersetzen" hatte zu den Demonstrationen aufgerufen.
Die hessische Sektion der Deutschen Polizeigewerkschaft hatte sich am Freitag mit einem Appell an die Protestierenden wie auch an die Anhänger der AfD gewandt und zum Gewalt-Verzicht aufgerufen.
Erstmeldung vom 29. November, 8.15 Uhr, zuletzt aktualisiert um 15.19 Uhr.
Titelfoto: Boris Rössler/dpa

