Dessau-Roßlau - Auf einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt ertönte plötzlich die Nationalhymne der DDR.
Am Dienstag hatte die AfD nach Dessau-Roßlau zu einer Diskussionsrunde mit dem Co-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla (51), dem Landtagswahl-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (35) und dem Kabarettisten Uwe Steimle (63) geladen.
Zum Ende der Veranstaltung standen die Hauptakteure nebeneinander auf der Bühne, doch Chrupalla hatte noch eine wichtige Angelegenheit auf der Tagesordnung: "Wir wollen noch die Nationalhymne zum Schluss singen. Das machen wir noch. Das machen wir immer in Sachsen-Anhalt."
Chrupalla forderte Steimle dazu auf, die Nationalhymne anzustimmen. Der Komiker kam der Bitte auch nach, allerdings nicht wie gedacht.
Steimle wählte nämlich eine Hymne, die schon seit einiger Zeit - zumindest nicht mehr offiziell - in Sachsen-Anhalt gesungen wird: die Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
"Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt", trellerte Steimle los. Chrupalla und Siegmund standen zunächst schmunzelnd daneben und sangen dann sogar mit. Eine wahrlich kuriose Szene.
Uwe Steimle: "Ich kann nur die Hymne"
Nachdem die erste Strophe der DDR-Hymne fertig gesungen war, sagte Steimle ironisch: "Ich kann nur die Hymne." Doch zu guter Letzt wurde dann doch noch die aktuelle, "westdeutsche", Nationalhymne gesungen.
Diesmal nahm aber Chrupalla das Mikrofon selbst in die Hand und stimmte an: "Einigkeit und Recht und Freiheit ..."