Mario Voigts Doktortitel weg: AfD stellt Gutachten von Plagiatsjäger vor

Von Simone Rothe

Erfurt - Die Technische Universität (TU) Chemnitz hat Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (49, CDU) den Doktortitel entzogen. Nun will die AfD-Fraktion ein Gutachten eines Plagiatsjägers vorlegen.

Laut AfD-Fraktionschef Björn Höcke (54) belaste das Gutachten den Thüringer Regierungschef "schwer".  © Martin Schutt/dpa

"Neues Gutachten belastet Mario Voigts Doktorarbeit schwer", heißt es in der Einladung zu der Präsentation durch Fraktionschef Björn Höcke (54) und den österreichischen "Plagiatsjäger" und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber am kommenden Mittwoch in Erfurt. Kritik an dem Vorgehen der AfD kam von Vertretern der anderen vier Landtagsfraktionen. 

AfD-Fraktionsvize Daniel Haseloff (37) sagte in der Landespressekonferenz, dass seine Fraktion das Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt habe. Es gehe seiner Fraktion um den Inhalt der von der Technischen Universität Chemnitz beanstandeten Dissertation von Voigt, darum, "wie der Ministerpräsident tickt" sowie dessen "charakterliche Züge", erklärte Haseloff.

Einfluss auf das von Voigt in Aussicht gestellte Verwaltungsgerichtsverfahren gegen den Entzug des Doktortitels wolle die AfD nicht nehmen. 

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CDU-Fraktionschef Andreas Bühl (39) bezeichnete das Agieren der AfD-Fraktion als Schmutzkampagne. Kritik am Vorgehen der AfD kam auch von den CDU-Koalitionspartnern BSW und SPD sowie der oppositionellen Linken.

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Linke spricht von "lächerlicher PR-Aktion"

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) kämpft um seinen Doktortitel.  © Jan Woitas/dpa

Es handele sich um ein Manöver der AfD, "um für Aufregung zu sorgen", sagte die BSW-Fraktionsvorsitzende Sigrid Hupach (57). Dass der Plagiatsjäger von der AfD bezahlt wurde, spreche für sich, betonte SPD-Fraktionschef Lutz Liebscher (41). Der Vorsitzende der Linke-Fraktion, Christian Schaft (35), äußerte, die Präsentation wirke wie eine "lächerliche PR-Aktion". 

Die Technische Universität Chemnitz hatte vor mehreren Wochen Thüringens Regierungschef den Doktortitel nach einer Prüfung seiner Arbeit entzogen. In einzelnen Passagen soll er unsauber gearbeitet haben.

Der CDU-Politiker legte dagegen Widerspruch ein und will, wenn nötig, auch gerichtlich gegen die Entscheidung vorgehen. "Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen", hatte Voigt erklärt. 

Die AfD hat bereits den Rücktritt von Voigt verlangt, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Wie sich die Koalitionspartner BSW und SPD in diesem Fall verhalten, ließen die Fraktionsvorsitzenden offen.

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