Stendal - Nach dem Baseballschläger-Vorwurf gegen den AfD-Europaabgeordneten Arno Bausemer (43) gibt es neue Details. Inzwischen hat sich auch das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt (LKA) zu dem Vorfall geäußert.
Demnach wurde eine körperliche Auseinandersetzung zwischen einer "Person mit politischer Immunität" und zwei Jugendlichen bestätigt. Dabei soll ein Schlagwerkzeug, mutmaßlich ein Baseballschläger, zum Einsatz gekommen sein. Einer der Jugendlichen wurde leicht verletzt.
Dass es sich bei der immunitätsgeschützten Person um Bausemer handelt, wurde der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen bestätigt.
Wie genau die Auseinandersetzung ablief, ist weiterhin unklar. Das LKA verweist auf die laufenden Ermittlungen. Um weitere Maßnahmen im Laufe des Verfahrens durchführen zu können, sei es durchaus denkbar, die Immunität des Politikers aufzuheben, heißt es.
Bausemer selbst hatte in einem Post auf Facebook erklärt, gemeinsam mit einem Parteifreund zwei Jugendliche bei der erneuten Beschädigung eines AfD-Banners erwischt zu haben.
Einen von ihnen habe er nach einer kurzen Verfolgung und Gegenwehr festgehalten.
Linke und Grüne fordern Konsequenzen
Inzwischen wird der Fall auch unter den Parteien und Politikern diskutiert.
"Wer als Abgeordneter einen Menschen mit einem Baseballschläger attackiert, hat jedes Maß verloren", erklärte Linken-Fraktionschefin Eva von Angern (49). "Solche Schläger gehören nicht ins Parlament, sondern strafrechtlich verurteilt."
Auch Grünen-Landeschefin Susan Sziborra-Seidlitz (48) fordert Konsequenzen. "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung in einer Demokratie werden", erklärte sie.
"Wer einen Baseballschläger gegen einen 14-Jährigen einsetzt und in Kauf nimmt, ihn gefährlich zu verletzen, ist für ein politisches Amt nicht geeignet und muss sofort von seinem Mandat zurücktreten."
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Vorfalls dauern an.