Nach Einstufung als rechtsextremistischer Verdachtsfall: Alice Weidel stellt sich hinter AfD-Jugend in NRW
Von Dorothea Hülsmeier
Düsseldorf/Marl - Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel (47) hat sich hinter die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestufte neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) in NRW gestellt.
"Wir stehen voll hinter der Generation Deutschland", sagte Weidel beim Parteitag der nordrhein-westfälischen AfD in Marl. Die Einstufung des Jugendlandesverbands durch den NRW-Verfassungsschutz sei "ein weiterer Orden, den man sich hier ans Revers heften kann", sagte Weidel.
Unmittelbar vor dem Parteitag war der erst im Januar gegründete NRW-Verband der Generation Deutschland vom Landesverfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft worden.
Schon die 2025 offiziell aufgelöste Junge Alternative NRW war als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet worden.
Die Verfassungsschützer sehen gewichtige Anhaltspunkte, dass es sich bei der GD NRW de facto um eine personelle Fortführung der Jungen Alternative handele.
Alice Weidel ruft in NRW zur Einigkeit auf: "Handlungsfähige und schlagkräftige" AfD wird gebraucht
Weidel rief den tief zerstrittenen mitgliederstärksten AfD-Landesverband zur Einigkeit auf. Besonders im bevölkerungsreichsten Bundesland werde eine "handlungsfähige und schlagkräftige" AfD gebraucht. Der größte Landesverband müsse als "geeint und vertrauenswürdig" wahrgenommen werden, der angriffslustig gegen die Regierung auftrete und alle einbinde, die sich engagieren wollten, sagte Weidel.
In der AfD NRW liefern sich ein eher gemäßigt auftretendes und ein äußerst rechtes Lager einen Machtkampf. Der Parteitag wollte am Samstag einen neuen Landesvorstand wählen. Der moderat auftretende amtierende Parteichef Martin Vincentz (39) kämpfte um seine Wiederwahl.
Titelfoto: Fabian Strauch/dpa