Salzwedel/Arendsee - 43,8 Prozent holte die AfD in Sachsen-Anhalt und damit ihr bislang stärkstes Ergebnis in einer Landtagswahl. Doch wie blicken die Bürger des Bundeslandes auf die Partei und das Wahlergebnis? Das MDR-Format "Exactly" hat nachgefragt.
Vier Menschen wurden für die Reportage "AfD-Rekord: Sachsen-Anhalt zwischen Hoffnung und Sorge" begleitet: Marie-Josephine und ihr Vater Alfred Landsberg, die bei Arendsee eine Tankstelle betreiben, Landwirt Jaques Köpke aus Garz und Anne Buch, die in Salzwedel das Projekt "Kunstitut" leitet. "Exactly" sprach sowohl vor als auch nach der Wahl mit ihnen.
"Ich denke schon, dass die AfD was verändern kann", befindet Marie-Josephine. "Ich sag nicht, dass alles gut ist, was die sagen. Aber ich denke schon, dass da einige Punkte bei sind, die was ändern würden."
Sie und ihr Vater kämpfen ebenso wie Landwirt Köpke mit einer überbordenden Bürokratie, steigenden Kosten und langsamen Genehmigungsverfahren. Die AfD, so sagen sie, profitiere von diesem Frust.
"Es hat ja irgendwelche Gründe, dass die Leute sich so entscheiden", so Alfred Landsberg. "Ob es besser wird, weiß keiner, aber die Menschen wollen erstmal nicht, dass es so weitergeht."
Nach dem Wahlergebnis: "Hab nur Sorge, dass die Menschen sich zu sehr spalten"
Während die Landsbergs auf Veränderung hoffen, blickt Anne Buch vor der Wahl sorgenvoll auf das, was da kommt.
"Wieso wird jetzt viel die AfD gewählt? Weil sie vielleicht Angebote macht, die die Menschen irgendwie beruhigen, weil wir in einer sehr komplexen Welt leben, die vielleicht Angst macht", versucht die zweifache Mutter die Entwicklung zu erklären. "Und wenn eine Partei Antworten gibt, die mir gefallen oder die einfach erscheinen, dann kann man das erstmal so machen, aber das ändert natürlich nicht die Probleme."
Nach der Wahl großer Frust bei Anne Buch, vorsichtige Hoffnung bei Marie-Josephine. "Ich hab nur ein bisschen Sorge, dass sich die Menschen zu sehr spalten - die einen in die eine Ecke und die anderen in die andere und sich dann gegenseitig aufhetzen. Das ist ja auch nicht Sinn und Zweck. Sollte schon ein Zusammenleben in ganz Deutschland möglich sein."
Die gesamte Reportage und wie Landwirt Jaques Köpke auf die Entwicklung in seiner Heimat blickt, könnt Ihr ab sofort in der ARD-Mediathek sowie am heutigen Mittwoch ab 20.15 Uhr im MDR sehen.