Nach Protesten: Grüne wollen Kandidaten in Deeskalation schulen

Stuttgart - Die Grünen in Baden-Württemberg wollen ihre Mitglieder mit Blick auf den Kommunalwahlkampf in Deeskalation schulen.

Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller, die Landesvorsitzenden der Grünen Baden-Württemberg, stellen die Kampagne der Partei für die Kommunalwahl 2024 vor.
Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller, die Landesvorsitzenden der Grünen Baden-Württemberg, stellen die Kampagne der Partei für die Kommunalwahl 2024 vor.  © David Nau/dpa

"Wenn es zu unsicheren Momenten kommt, sollen unsere Mitglieder ganz genau wissen, wie sie deeskalierend wirken können", sagte Co-Landeschef Pascal Haggenmüller (35) am Donnerstag bei der Vorstellung der Kommunalwahlkampagne der Partei in Stuttgart. Man biete bereits seit Ende vergangenen Jahres Deeskalationstrainings an.

Die Rückmeldungen seien positiv. "Wir werden diese Reihe nochmal auflegen wegen des großen Bedarfs", sagte Haggenmüller.

Das sei notwendig, damit sich die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer in schwierigen Situationen zu helfen wüssten.

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"Wenn wir das nicht machen würden, hätten die Leute Angst, Gesicht zu zeigen. Das darf in einer Demokratie nicht passieren", so Haggenmüller.

Grüne sind Ziel von Anfeindungen

Die Grünen sehen sich seit Monaten immer wieder Anfeindungen ausgesetzt, zuletzt waren Proteste im Umfeld von Grünen-Veranstaltungen eskaliert. So musste die Landespartei etwa vor gut zwei Wochen ihren politischen Aschermittwoch in Biberach aus Sicherheitsgründen absagen, nachdem Proteste dagegen derart ausgeartet waren, dass mehrere Polizisten verletzt wurden und die Beamten auch Pfefferspray einsetzen mussten.

Für die Kommunalwahl will die Partei vor allem auf die direkte Ansprache möglicher Wählerinnen und Wähler setzen. Man lege den Wahlkämpfern in diesem Jahr den Haustürwahlkampf sehr ans Herz, sagte Haggenmüller. "Wir merken, dass gerade in den letzten Jahren der Austauschbedarf der Menschen steigt. Es geht nichts über das persönliche Gespräch."

Die Grünen sind nach eigenen Angaben derzeit in rund 450 der 1101 Städten und Gemeinden im Südwesten in den Gemeinde- und Stadträten vertreten. In 69 Kommunen sei man sogar stärkste Kraft, sagte die Co-Landeschefin Lena Schwelling (32). "Wir sind hoffnungsvoll, dass wir das halten können. Das ist auf jeden Fall unser Ziel."

Titelfoto: David Nau/dpa

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