12.000 Kilometer Gehwege räumen? Für die Stadtreinigung viel zu teuer und unrealistisch

Von Torsten Holtz

Berlin - Die Berliner Stadtreinigung (BSR) bewertet den Vorschlag der Grünen für einen zentral organisierten Winterdienst auf Geh- und Radwegen als "nicht zielführend".

Das Räumen und Streuen auf Gehwegen sei für die BSR "weitaus komplexer".
Das Räumen und Streuen auf Gehwegen sei für die BSR "weitaus komplexer".  © Paul Zinken/dpa

Dies entspräche einer zusätzlich zu bearbeitenden Strecke von schätzungsweise 12.000 Kilometern, sagte Pressesprecher Sebastian Harnisch auf Anfrage der Deutschen-Presse-Agentur. Dafür bräuchte die BSR viel mehr Ressourcen, und das für nur "einige wenige Schneetage im Jahr".

Zu bedenken sei auch, dass das Räumen und Streuen auf Gehwegen "weitaus komplexer" sei als auf Fahrbahnen, sagte Harnisch. "Vor diesem Hintergrund halten wir solche Ansätze für nicht zielführend – ganz abgesehen von den damit verbundenen Auswirkungen auf die Höhe der Straßenreinigungsgebühren."

Auch die Variante, dass die BSR einen Winterdienst auf Gehwegen an Fremdfirmen delegiert, erscheine unrealistisch. "Denn nach unserer Kenntnis gibt es hierfür derzeit kein ausreichendes Angebot."

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Die Grünen hatten ihren Vorstoß damit begründet, dass die geltende Regelung, dass jeder Hauseigentümer seinen Gehweg-Abschnitt selbst räumen muss, augenscheinlich überhaupt nicht funktioniere.

Gefährliche Rutschpartien für ältere Menschen

Gerade ältere Menschen seien bei dem winterlichen Wetter akut gefährdet.
Gerade ältere Menschen seien bei dem winterlichen Wetter akut gefährdet.  © Sina Schuldt/dpa

Dieses "Zuständigkeitschaos" müsse beendet werden, sagte die verkehrspolitische Sprecherin Oda Hassepaß der Deutschen Presse-Agentur. Denn Glätte und Eis auf nicht geräumten Fußwegen führten derzeit zu vielen Unfällen und gefährlichen Rutschpartien.

Gerade Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen seien gerade akut gefährdet, sagte Hassepaß. "Es ist die Fürsorgepflicht einer Stadt, dass auch die Schwächsten sicher unterwegs sein können. Berlin braucht einen professionell organisierten, effizienten Winterdienst aus einer Hand", forderte sie. Das schütze die Menschen und spare zudem viel Geld.

Ein entsprechender Antrag der Grünen werde nächste Woche im Wirtschaftsausschuss beraten.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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