Schläge ins Gesicht und Eierwurf: Mann und Frau an Grünen-Wahlstand attackiert

Dresden - Dass Wahlplakate zum Ziel von Attacken werden, ist mittlerweile traurige Normalität in Dresden. Am Montagnachmittag wurde nun auch ein Infostand der Grünen angegriffen und dabei Stadträtin Ulrike Caspary (55) sowie Ex-Stadtrat Norbert Engemaier (40) verletzt.

Norbert Engemaier (40) bekam einen Faustschlag ins Gesicht. Stadträtin Ulrike Caspary (55, Grüne) wurde an ihrem Infostand von einem Mann ein rohes Ei ins Gesicht geschlagen.
Norbert Engemaier (40) bekam einen Faustschlag ins Gesicht. Stadträtin Ulrike Caspary (55, Grüne) wurde an ihrem Infostand von einem Mann ein rohes Ei ins Gesicht geschlagen.  © Montage: privat, Thomas Türpe

Beide wollten im Rahmen einer Bürgersprechstunde an der Königsbrücker Landstraße in Lausa eigentlich über Schulwegsicherheit und Kleingärten sprechen. Etwa zehn Minuten nach dem Beginn kam jedoch eine Gruppe und erkundigte sich nach der Haltung zu den Waffenlieferungen an die Ukraine.

"Die wollten aber nicht reden", sagt Caspary. Denn plötzlich schlug ihr ein älterer Mann ein rohes Ei ins Gesicht. "Das war ein ganz schöner Schlag", sagt die Stadträtin, die eine geplante Attacke vermutet. "Ein rohes Ei hat doch niemand so dabei", sagt Caspary.

Als ihr Parteifreund daraufhin sein Handy zückt und den Angreifer fotografiert, schlägt dieser ihm mit der Faust ins Gesicht.

"Da musste ich mich erstmal hinsetzen", erzählt Engemaier, der geblutet hat und vorerst wegen Kopf- und Nasenschmerzen sowie Schwellungen nicht arbeiten kann.

Der Täter stieg nach dem Angriff in ein Auto und fuhr davon. Vom Kennzeichen soll es jedoch Fotos geben und auf Engemaiers Foto sei der Schläger gut zu erkennen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Attacke am Wahlstand: Grünen-Politiker Norbert Engemaier twittert zum Angriff

Neben vielen anderen Lokalpolitikern verurteilte auch OB Dirk Hilbert (50, FDP) die Attacke: "Gewalt verhindert jeden Diskurs. Das hat nichts mit Demokratie und freier Meinungsäußerung zu tun, sondern ist brutal und sinnfrei."

Titelfoto: Montage: privat, Thomas Türpe

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