Altpräsident Gauck kommt mit klarer Forderung zu CDU-Krisensitzung
Berlin - Altbundespräsident Joachim Gauck (86) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei der Krisensitzung der Parteispitze den Rücken gestärkt, zugleich aber eine klare Kurskorrektur angemahnt.
Die CDU müsse zu ihren Grundwerten zurückfinden und wieder stärker auf die Sorgen der Bürger eingehen, mahnte Gauck.
Nach Informationen von "Bild" betonte der 86-Jährige, dass die Union vor allem Wähler von der AfD zurückgewinnen müsse.
Dafür sei es entscheidend, das Gespräch mit diesen Menschen zu suchen, anstatt ausschließlich über die AfD zu diskutieren. SPD und Grüne traue er diese Aufgabe derzeit nicht zu.
Zugleich hob Gauck die Bedeutung zentraler Werte hervor: die Unterstützung der Ukraine, den Schutz der Demokratie und ihrer Regeln sowie die enge Bindung Deutschlands an den Westen und Europa.
Nicht alle bei der Krisensitzung angeschlagenen Töne waren versöhnlich - denn der Rückhalt für den Kanzler schwindet auch innerhalb der Union spürbar.
CSU-Ehrenvorsitzender Horst Seehofer (77) kritisierte etwa gebrochene Wahlversprechen und forderte mehr Tempo bei politischen Reformen. Statt neuer Expertenkommissionen brauche es endlich klare Positionen und konkrete Lösungen.
Gauck fordert klare Linie: CDU muss Wähler zurückgewinnen
Auch in der CDU-Spitze wächst der Druck deutlich. Nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen im September könnte die CDU ihren Kurs in der Koalition mit der SPD neu ausrichten und den Ton verschärfen.
Streit gibt es unter anderem über ausstehende Reformen und die geplante Zuckersteuer, die mehrere Unions-Landesminister ablehnen. Die Ergebnisse der Klausur sollen am Montag um 13.30 Uhr auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden.
Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa
