Doktortitel endgültig futsch: Politologe sieht jetzt letzte Gelegenheit für Mario Voigt

Von Stefan Hantzschmann

Erfurt - Der Bochumer Politikwissenschaftler Oliver Lembcke (57) hält den Zeitpunkt für gut, an dem Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) den Rechtsstreit um seinen Doktortitel beendet hat.

Thüringens Regierungschef Mario Voigt (49, CDU, M.) will nicht mehr um seinen Doktortitel kämpfen.  © Martin Schutt/dpa

"Die Partei wird es ihm danken, definitiv", sagte Lembcke der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Man habe Voigt förmlich ansehen können, dass es ihm schwergefallen sei. Die Entscheidung zeitlich im Kontrast zum AfD-Antrag zur Auflösung des Landtags zu treffen, sei aber für ihn von Vorteil gewesen. 

"Ich finde, man kann relativ stark merken, dass das Spektakelpolitik seitens der AfD ist", erklärte Lembcke. In dieser Situation habe Voigt gezeigt: "Der eine meint es ernst, meint es der andere auch ernst?", so der 57-Jährige. 

Zugleich war der Zeitpunkt nach Einschätzung des Politologen recht spät gewählt.

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"Das war die letzte Gelegenheit, danach wäre es definitiv nicht mehr gegangen", betonte Lembcke. Für Voigt sei es ein Versuch, Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen. "Das scheint mir nicht chancenlos zu sein."

Die TU Chemnitz hatte Voigt den Doktorgrad im Januar 2026 aberkannt. Im Mittelpunkt standen Vorwürfe, wonach er in seiner Dissertation Quellen teilweise nicht im Original ausgewertet, sondern aus Sekundärliteratur übernommen habe.

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Seinen Verzicht auf weitere Klagen begründete Voigt damit, dass ein jahrelanger Rechtsstreit viel Zeit und Aufmerksamkeit bedeuten würde. Seine Zeit und Kraft will er stattdessen in seine Arbeit als Regierungschef stecken, hatte er mitgeteilt.

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