Ex-Senator Peter Radunski tot: Er prägte die CDU

Von Silke Sullivan, Andreas Heimann

Berlin - Der frühere langjährige CDU-Bundesgeschäftsführer und Berliner Wissenschaftssenator Peter Radunski ist tot.

Der ehemalige Berliner Wirtschaftssenator starb im Alter von 86 Jahren.
Der ehemalige Berliner Wirtschaftssenator starb im Alter von 86 Jahren.  © Nestor Bachmann/dpa

Er starb im Alter von 86 Jahren zu Hause in Berlin, wie die Familie der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Radunski hat die CDU über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt, in Bonn und in seiner Heimatstadt Berlin. Er galt als unabhängiger Kopf innerhalb der Partei und als geschickter Wahlkampfstratege, dem die Christdemokraten zahlreiche Erfolge zu verdanken hatten.

Radunski wurde im März 1939 in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte er in Berlin und Bonn Jura, Geschichte, Romanistik und Politikwissenschaft.

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Das Studium schloss er 1967 am berühmten Otto-Suhr-Institut der Freien Universität ab, in einer Zeit, in der viele Gleichaltrige sich den Studentenprotesten anschlossen und gegen den Krieg in Vietnam protestierten.

Radunski war bereits zuvor Mitglied im Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und 1965 der CDU geworden. Unter dem Parteivorsitz von Helmut Kohl (†87) übernahm er 1973 die Leitung der Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit der CDU. Unter anderem managte er für die Partei die Bundestagswahlkämpfe 1976 und 1980 sowie den Europawahlkampf 1979.

Peter Radunski: Als Multitalent Senator in Berlin

Radunksi war fast zehn Jahre Bundesgeschäftsführer der CDU.
Radunksi war fast zehn Jahre Bundesgeschäftsführer der CDU.  © Bernd Settnik/dpa

Innerhalb der CDU, aber auch in den Augen der politischen Gegner galt er als Organisationstalent und moderner Wahlkampfstratege. Anregungen holte er sich bei Wahlkampfbesuchen in den USA, Frankreich und Großbritannien, setzte auf eine Imageverbesserung für die CDU und auf Mitgliederwerbung.

1981 ernannte ihn der damalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (†87) zum CDU-Bundesgeschäftsführer, eine Aufgabe, die er für fast zehn Jahre übernahm.

Dabei war er erneut für das parteipolitische Management zahlreicher Wahlkämpfe verantwortlich, etwa bei den Bundestagswahlen 1983, 1987 und 1990, bei den Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern 1990 und bei den Europawahlen 1984 und 1989.

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Auch in seiner Heimatstadt Berlin hatte sich sein politisches Geschick längst herumgesprochen.

Peter Radunski erhielt 2009 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Nachdem die CDU 1990 die Wahlen zum Abgeordnetenhaus gewonnen und der SPD das Rote Rathaus wieder abgenommen hatte, machte ihn der neue Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (84, CDU) 1991 zunächst zum Senator für Bundes- und Europaangelegenheiten in der schwarz-roten Landesregierung.

In der nächsten Legislaturperiode übernahm Radunski als Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur Verantwortung für einen noch deutlich breiteren und wichtigeren Bereich und prägte nicht zuletzt die Berliner Kulturpolitik für Jahre mit.

Der CDU-Politiker verzichtete 1999 aus gesundheitlichen Gründen auf ein weiteres Amt im Senat. Als Mitglied des Abgeordnetenhauses bis 2001 blieb er der Berliner Landespolitik aber erhalten. Anschließend arbeitete er unter anderem als Wahlkampf- und Politikberater. Er erhielt 2009 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Radunski war verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

Titelfoto: Nestor Bachmann/dpa

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