Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt will weitermachen: "Laufe nicht vor Problemen weg"
Von Stefan Hantzschmann
Erfurt - Trotz der Turbulenzen in seiner Koalition will Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) weitermachen.
"Ich laufe nicht vor Problemen weg, sondern löse sie", sagte der 49-Jährige den Zeitungen der Funke Medien Thüringen. Er gehöre weder aufgrund seiner Einstellung noch aufgrund seiner Erziehung zu einer "Wegläuferspezies".
Voigt bildete in Thüringen im Jahr 2024 Deutschlands erste sogenannte Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD. Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zerbrach aber vergangene Woche die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag.
Inzwischen bilden von den einst 15 BSW-Abgeordneten zehn eine neue Fraktion mit dem Namen Thüringen.Gerecht, zwei blieben BSW-Mitglieder, sind nun aber fraktionslos und drei weitere streben die Gründung einer parlamentarischen Gruppe an. Voigt führt inzwischen eine Minderheitsregierung.
Voigt steht seit Monaten aber auch selbst politisch unter Druck, weil ihm die TU Chemnitz seinen Doktortitel entzogen hat. Die Thüringer AfD-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Björn Höcke (54) brachte bereits zwei Misstrauensvoten gegen Voigt auf den Weg – und scheiterte damit.
Nun soll der Thüringer Landtag am 7. Oktober auf AfD-Antrag über seine Auflösung abstimmen. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass die dafür nötige Zweidrittelmehrheit erreicht wird.
Titelfoto: Martin Schutt/dpa
