Nach Clan-Kontakten: Wie geht es jetzt mit Linken-Politiker Koçak weiter?
Von Jörg Ratzsch
Berlin - Nach Kritik an seinen Kontakten ins sogenannte Clan-Milieu ist weiter offen, welche Rolle der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (47) künftig in seiner Fraktion spielen wird.
Fraktionschefin Heidi Reichinnek (38) sagte in Berlin, Koçak habe für Transparenz gesorgt - es gebe keine Verbindung zur organisierten Kriminalität, aber es seien Fehler gemacht worden.
Man müsse jetzt noch miteinander diskutieren, wer seinen Platz im Bundestagsinnenausschuss einnehmen werde "und welche Rolle Herr Koçak weiterhin in der Fraktion einnehmen wird. Das ist ein Prozess, in dem wir sind", füge Reichinnek hinzu.
Der Abgeordnete aus Berlin-Neukölln hatte sich nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages abgegeben.
Er war unter Druck geraten, weil er freundschaftliche Chatnachrichten mit einem Sohn einer dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie, Firas Remmo, ausgetauscht hatte.
Der "Zeit" gewährte er Einblicke in Chats, die er mit den Remmos geführt hat. Koçak war bei der Bundestagswahl 2025 erstmals in den Bundestag eingezogen, nachdem er das Direktmandat in Neukölln gewonnen hatte. Zuvor war er Mitglied der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa
