Nach "Spiegel"-Interview: Weitere Politiker stellen sich hinter Linken-Politikerin Eralp
Von Stefan Heinemeyer, Wilhelm Pischke
Berlin - Grünen-Chefin Franziska Brantner (47) zeigt Verständnis für Linken-Politikerin Elif Eralp (45), die offenbar um ihre Angehörigen fürchtet. Berlins SPD-Chef Steffen Krach (47) fordert stattdessen ein härteres Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität.
"Ich finde es sehr nachvollziehbar, dass Elif Eralp Angst hat", sagte Brantner im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Wer von Extremisten und organisierter Kriminalität bedroht wird, brauche unser Mitgefühl und müsse vor allem geschützt werden.
Die Linken-Politikerin Eralp, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden möchte, sieht einem "Spiegel"-Bericht zufolge die Sicherheit ihrer Familie in Gefahr, wenn sie sich explizit zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußert.
Wie der "Spiegel" berichtet, geht das aus internen Anmerkungen zu einem Interview hervor, das das Magazin mit ihr geführt hat. Die Berliner Linke peilt in der Hauptstadt eine Koalition mit Grünen und SPD an, was bei Bundespolitikern beider Parteien auf Vorbehalte stößt.
"Niemand sollte in Berlin solchen Bedrohungen ausgesetzt sein, weder Elif Eralp noch irgendjemand sonst in dieser Stadt", so Brantner.
Berliner SPD-Vorsitzende Steffen Krach stellt sich hinter Elif Eralp
Auch der Berliner SPD-Vorsitzende Steffen Krach (47) sieht nach einem Interview der Linken-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp die Notwendigkeit, noch konsequenter gegen die organisierte Kriminalität in der Hauptstadt vorzugehen. "Das Signal ist verheerend", sagte Krach am Abend im ZDF-"heute journal" auf die Frage, welches Signal an Polizisten und Staatsanwälte gesendet werde, wenn sich jemand scheue, Extremisten beim Namen zu nennen.
Deswegen sei es eine Hauptaufgabe, den Kampf gegen die organisierte Kriminalität noch vehementer zu führen, betonte Krach.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa
