Erst 28 und schon ein Jahr für Sachsen im Bundestag: Wie war dein erstes Jahr in Berlin, Philipp Hartewig?

Berlin - "So jung und schon im Bundestag" lautete im Frühjahr der Titel einer kleinen TAG24-Serie, in der wir Euch Politiker vorstellten, die es schon in jungen Jahren in Deutschlands höchstes Parlament geschafft haben. Inzwischen ist die Bundestagswahl ein Jahr her. Zeit, einmal nachzufragen, wie es unseren Jung-Politikern so ergangen ist, was sie überrascht und enttäuscht hat. Heute: Philipp Hartewig, 28 Jahre, FDP-Abgeordneter aus dem Wahlkreis Mittelsachsen.

Schon ein Jahr im Bundestag: Philipp Hartewig (28, FDP) aus Mittelsachsen.
Schon ein Jahr im Bundestag: Philipp Hartewig (28, FDP) aus Mittelsachsen.  © Christian Kielmann

TAG24: Schon ein Jahr im Deutschen Bundestag, die Zeit ging ganz schön schnell um, oder?

Philipp Hartewig: "Oh, ja. Es ging ja direkt im Oktober richtig los und wenig später stand die Koalition. Der Parlamentsalltag war neu für mich. Inzwischen habe ich die vielen Abläufe und Prozesse aber ganz gut darauf und kann mich voll auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren."

TAG24: Welcher Moment der vergangenen zwölf Monate ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

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Hartewig: "Das war meine erste Rede im Plenum. Es ist noch immer etwas Besonderes, die Stimmung dort vorn zu greifen und die eigenen Gedanken am Rednerpult zu platzieren."

TAG24: Was war bislang die größte Enttäuschung für Dich?

Hartewig: "Eine große Enttäuschung gab es bisher nicht, wobei die Mühlen oft langsamer mahlen, als man das als motivierter Abgeordneter manchmal gern hätte. Natürlich ist man im Nachhinein auch nicht über jede Entscheidung glücklich, wobei wir in vielen Bereichen doch schon einiges gemeinsam voranbringen konnten."

FDP-Mann Hartewig: "Meine Freizeit ist zwar weniger, aber nicht deutlich kostspieliger"

Philipp Hartewig im Paul-Löbe-Haus, eine Heimat der Bundestagsabgeordneten in Berlin.
Philipp Hartewig im Paul-Löbe-Haus, eine Heimat der Bundestagsabgeordneten in Berlin.  © Christian Kielmann

TAG24: Wie hat die Zeit im Bundestag Dein Privatleben beeinflusst?

Hartewig: "Das erfordert gute Planung: Viele Termine finden bis in den späten Abend hinein statt, private Termine muss ich mir daher einige Wochen vorher freihalten."

TAG24: Gibt es die alten Freunde in der Heimat noch und sind im vergangenen Jahr neue Freundschaften dazu gekommen? Kann man im Bundestag eigentlich Freundschaften schließen, auch zu Abgeordneten anderer Parteien?

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Hartewig: "Klar, auch wenn man sich leider seltener sieht. Aber auch hier ist es wichtig, langfristig Zeit für Freunde jenseits der Politik freizuhalten. Und auch in Berlin sind bereits Freundschaften im politischen Betrieb entstanden - auch zu Abgeordneten anderer Parteien."

TAG24: Verbunden mit der Tätigkeit im Bundestag ist auch eine durchaus stattliche Bezahlung. Wie hat sich das Leben mit Blick aufs Monetäre verändert?

Hartewig: "Ehrlich gesagt, nicht viel. Meine Freizeit ist zwar weniger, aber nicht deutlich kostspieliger."

TAG24: Erfährst Du viel Neid, was das Monetäre angeht?

Hartewig: "Nein."

"Das Thema Sport und Bewegung braucht einen noch höheren Stellenwert in der gesamten Politik"

Hier im Bundestag setzt sich Philipp Hartewig für die Interessen seiner Wähler ein.
Hier im Bundestag setzt sich Philipp Hartewig für die Interessen seiner Wähler ein.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

TAG24: Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise macht einen normalen Parlamentsalltag nahezu unmöglich. Kannst Du Deine Projekte überhaupt noch anbringen, oder gehen die alle unter?

Hartewig: "Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine stehen zu Recht sehr in der Öffentlichkeit und beschäftigen uns täglich. Allerdings bleibt auch viel Raum für andere wichtige und aktuelle Themen - für mich fachpolitisch vor allem im Sport- und Rechtsbereich. Hier arbeiten wir als Koalition gut und effizient daran, möglichst alles aus dem Koalitionsvertrag und noch mehr als Vorhaben umzusetzen."

TAG24: Welches Thema würdest Du sofort angehen, wenn Du könntest?

Hartewig: "Das Thema Sport und Bewegung braucht einen noch höheren Stellenwert in der gesamten Politik. Zwar konnten wir verhindern, dass die Bundesländer zukünftig wieder Sportstätten aufgrund von Corona schließen können und hatten erstmals eine gemeinsame Sitzung von Sportausschuss und Gesundheitsausschuss. In dem Bereich haben wir als Freie Demokraten und der Koalition aber noch viel vor."

TAG24: Ist Berlin für Dich ausschließlich ein Ort zum Arbeiten, oder gibt es Plätze, an denen Du Dich inzwischen "zu Hause" fühlst?

Hartewig: "Ich gehe gern morgens eine Runde am Spreeufer laufen und genieße den Fußweg entlang des Flussufers zum Büro oder Reichstag. Ansonsten steht für mich der Jahnsportpark als Spielort der Parlaments-Fußballmannschaft für einen Ort des Ausgleichs zum Parlamentsalltag."

Ihr wollt noch einmal nachlesen, was Philipp Hartewig quasi frisch nach seiner Wahl zu uns gesagt hat? Kein Problem, hier geht's zum passenden TAG24-Interview mit dem FDP-Politiker!

Titelfoto: Christian Kielmann

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