Dresden - Dirk Hilbert (53, FDP) hatte vor drei Jahren bei seiner Wiederwahl zum Oberbürgermeister Verfahrensfehler gemacht. Die zogen juristische Klagen nach sich, blieben aber letztlich folgenlos. Darum konnte er jedoch erst jetzt im Stadtrat vereidigt und verpflichtet werden, was nicht ohne Posse blieb .
Den feierlichen Akt sollte eigentlich die jüngste Stadträtin Elli Martius (23, SPD) vollziehen, also Diensteid und Verpflichtungsformel abnehmen.
Doch dann nominierte sich Satiriker Max Aschenbach (40, Die Partei) selbst, der sich wie gewohnt provokant "in Schale geschmissen" hatte - barfuß, ärmellose Weste, Joint hinterm Ohr.
Zwar bekam Martius mehr Stimmen, aber nicht genug - ein zweiter Wahlgang musste her. Dort reichte die einfache Mehrheit, die Martius mit 30 Stimmen (Aschenbach: 20 Stimmen, 17 Enthaltungen) auch erreichte. Schließlich durfte sie Hilbert verpflichten und die Amtskette umhängen.
Der OB war darüber erleichtert. "Ich bin froh, nicht von Ihnen vereidigt worden zu sein", sagte er später Richtung Aschenbach.
Späte Vereidigung hatte keine Bedeutung für Ratsbeschlüsse
Die späte Vereidigung hatte keine Bedeutung für Ratsbeschlüsse, die Hilbert nach seiner Wiederwahl 2022 getroffen hatte. Er hatte seinen Amtseid bereits 2015 geleistet, der weiter gültig blieb.
In seiner Rede kündigte Hilbert harte Zeiten an, sprach von "explodierenden Sozialausgaben, Inflation und geringem Wachstum".
Er machte aber auch Mut, sprach von den Investitionen im Norden, die Dresden noch stärker als bisher zum Motor einer ganzen Region machen werden.