"Ich bin kein Influencer, ich bin Politiker": Das waren die Zitate des Jahres 2022

Berlin - Auch im Jahr 2022 haben uns die Politiker wieder mit einer Reihe von Zitaten beglückt, die belustigend, tiefgründig oder auch schwer zu ertragen waren. Manche stehen symbolisch für die schweren Zeiten, die wir in den vergangenen zwölf Monaten durchmachen mussten, andere für krasse Fehlentscheidungen. Ein Überblick:

Karl Lauterbach (59, SPD, l.), Wladimir Putin (70) und Annalena Baerbock (42, Grüne) sind unter den Zitatgebern des Jahres.
Karl Lauterbach (59, SPD, l.), Wladimir Putin (70) und Annalena Baerbock (42, Grüne) sind unter den Zitatgebern des Jahres.  © Montage: Joerg Carstensen/dpa, Kay Nietfeld/dpa, Kay Nietfeld/dpa

"Ich habe beschlossen, eine Sonder-Militäroperation durchzuführen", begann Russlands Präsident Wladimir Putin (70) am 24. Februar seine Rede, die den Krieg in der Ukraine einläuten sollte. "Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht", verkündete eine sichtlich schockierte Annalena Baerbock (42, Grüne) daraufhin.

Wenig später, nachdem Olaf Scholz (64, SPD) für Deutschland schon die "Zeitenwende" ausgerufen hatte, stellte US-Präsident Joe Biden (79) mit Blick auf Putin dann fest: "Ich glaube, er ist ein Kriegsverbrecher."

Eine klare Meinung zu Putin hat Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) zweifelsohne, ein generelles Zitat zu Russland blieb aber hängen: "Es hat seine eigene Zukunft und jede kulturelle Bindung zur freien Welt verloren. Sie sind alle verbrannt", sagte er Ende Mai in einer Videobotschaft.

Lauterbach von Narrengericht verurteilt: "Erklärbär der Nation"!
Karl Lauterbach Lauterbach von Narrengericht verurteilt: "Erklärbär der Nation"!

In Deutschland gab Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) schon Anfang April eine Einschätzung ab, die nachhallen sollte: "Wir sind gescheitert mit der Errichtung eines gemeinsamen europäischen Hauses, in das Russland einbezogen wird."

Anfang Juni äußerte sich auch Altkanzlerin Angela Merkel (68, CDU) zum Krieg. "Diplomatie ist ja nicht, wenn sie nicht gelingt, deshalb falsch gewesen. Also ich sehe nicht, dass ich da jetzt sagen müsste: Das war falsch, und werde deshalb auch mich nicht entschuldigen", verteidigte sie ihren jahrelangen Russland-Kurs.

Karl Lauterbach über Corona und seine Rolle in den sozialen Medien

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (69, l.) und US-Präsident Joe Biden (70) trafen sich in diesem Jahr zu Gesprächen.
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (69, l.) und US-Präsident Joe Biden (70) trafen sich in diesem Jahr zu Gesprächen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Als man in der Bundesregierung dann merkte, dass es mit dem Gas im Winter ein bisschen knapp werden könnte und man händeringend nach Lösungen suchte, prägte Bauministerin Klara Geywitz (46, SPD) Mitte Juni den Satz: "Gesetzlich verordnetes Frieren halte ich für unsinnig." Stimmt, das würde in der breiten Bevölkerung auch wirklich nicht so gut ankommen ...

Im Zuge des Krieges blieb der Kampf gegen den Klimawandel 2022 bisweilen etwas auf der Strecke. "Die Bundesregierung entscheidet sich unterm Strich gerade, angesichts des Krieges die Klimakrise so zu behandeln, als würde das Klima in irgendeiner Weise auf uns warten", stellte eine desillusionierte Luisa Neubauer (27) fest.

Doch fielen die Klima-Kämpfer in diesem Jahr auch eher durch Klebe- und Kartoffelbrei-Aktionen auf, als durch sinnvolle Ideen. Als es dann Razzien gegen die "Letzte Generation" gab, jubilierte CDU-Chef Friedrich Merz (66), dass der "Rechtsstaat seine Zähne" zeigen würde.

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Einen Dauerbrenner schlechthin haben wir in unserer Auflistung noch ganz vergessen: Corona. Und wer ist da der führende Zitatgeber? Genau, Karl Lauterbach (59, SPD)! Angesprochen auf seine zahlreichen Tweets, antwortete Lauterbach: "Obwohl ich die sozialen Medien sehr schätze, wie bekannt ist: Ich bin kein Influencer, ich bin Politiker."

Bleibt jetzt nur noch zu schließen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (69), der im November zu US-Präsident Biden sagte: "Die Welt ist groß genug für unsere zwei Länder, um uns zu entwickeln und zusammen zu prosperieren." Weise Worte!

Titelfoto: Montage: Joerg Carstensen/dpa, Kay Nietfeld/dpa, Kay Nietfeld/dpa

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