Wird John Rudat für Heldentat mit Orden ausgezeichnet?

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) hat den in einer Dresdner Straßenbahn niedergestochenen US-Amerikaner John Rudat (20) für seine Zivilcourage gelobt. Die AfD-Fraktion geht noch einen Schritt weiter.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) hat sich erstmals öffentlich zu dem blutigen Angriff in einer Dresdner Straßenbahn geäußert. (Archivfoto)  © Norbert Neumann

Dass der 20-Jährige unter Einsatz seiner Gesundheit zur Tat schritt, um die ekelhafte Belästigung einer Gruppe Frauen durch zwei junge Syrer zu unterbinden, sei für den MP ein Zeichen von Heimatliebe gewesen.

"Ein Amerikaner, der Dresden ebenso sehr liebt wie wir Sachsen auch, hat ein hohes Maß an Zivilcourage gezeigt", sagte Kretschmer im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung am Mittwoch.

Ob das Männer-Model aus den USA tatsächlich an Dresden gedacht hatte, als er sich heldenhaft zwischen Frau und Angreifer stellte, wird aus Johns Gespräch mit TAG24 aus dem Krankenbett heraus nicht deutlich. Vielmehr habe er seinen Entschluss einzugreifen aus gesundem Menschenverstand gefasst. "Das darf nicht passieren", habe er sich gesagt, als er mitansah, wie einer der Tatverdächtigen eine junge Frau in die Sitze presste.

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Weiter sprach Kretschmer von einem "bitteren Vorfall" und stellte die Videoüberwachung in den Fokus, die solche Straftaten zwar nicht verhindern könne, dafür aber "äußerst dienlich" bei der Aufklärung sein könne. Um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, forderte der gebürtige Görlitzer nun die "volle Härte des Gesetzes".

Auch die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag reagierte am Mittwoch auf die Messerattacke, die weltweit für Bestürzung sorgte. Sie forderte, John mit einem Verdienstorden auszuzeichnen.

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John Rudat (20) hat in der Nacht auf Sonntag sein Leben riskiert, um eine Gruppe Frauen in der Tram nach Gorbitz zu beschützen.  © Steffen Füssel

AfD will John Rudat mit Verdienstorden auszeichnen

Der AfD-Landtagsabgeordnete Jonas Dünzel (31) will einen Antrag stellen, um den US-Amerikaner mit einem Verdienstorden auszuzeichnen. (Archivfoto)  © Eric Münch

"Als die Tatverdächtigen anfingen, eine Frau sexuell zu belästigen, schritt John Rudat mutig ein und stellte sich schützend vor sie. Das ist wahre Zivilcourage, zu der nur wenige Menschen imstande sind. Ich stelle deshalb den Antrag, John Rudat mit dem Verdienstorden auszuzeichnen", erklärte der migrationspolitische Sprecher Jonas Dünzel (31).

Während Kretschmer die Gewalt mit der politischen Debatte über öffentliche Videoüberwachung verknüpfte, nahm die AfD die Messerattacke zum Anlass, das "Totalversagen in der Migrationspolitik" zu kritisieren.

John hatte etwa im Gespräch mit TAG24 von einem Migrationsproblem gesprochen, nachdem einer der Tatverdächtigen zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, ehe er am Dienstag dann doch in U-Haft gesteckt worden ist: "Wenn die das den Deutschen antun können und dann einfach freigelassen werden, wo ist dann das Gesetz? Wo die Struktur?"

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Für diese "klaren Worte" müsse man dem mit Schnittwunden im Gesicht verletzten US-Boy dankbar sein, sagte der AfD-Politiker: "John Rudat hat das politische Totalversagen in der Migrationspolitik klar benannt und damit eine erhöhte Sensibilität für derartige Straftaten schon jetzt erwirkt."

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