Kretschmer: Ungeimpfte müssen Nachteile in Kauf nehmen, aber "das ist keine Diskriminierung"

Dresden - Die Sachsen haben es laut Michael Kretschmer (46, CDU) selbst in der Hand: Der Ministerpräsident sieht bei einer möglichen vierten Corona-Welle im Herbst Menschen mit Impfschutz klar im Vorteil.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (46, CDU) ist gegen Impfzwang, ermutigt aber alle, sich unbedingt gegen das Coronavirus impfen zu lassen.
Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (46, CDU) ist gegen Impfzwang, ermutigt aber alle, sich unbedingt gegen das Coronavirus impfen zu lassen.  © John Macdougall/POOL/dpa

"Sie dürfen keine Einschränkungen haben wie diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen. Das ist keine Diskriminierung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

Die Werkzeuge der Politik seien begrenzt: "Ich halte es für richtig, dass es keinen Impfzwang gibt. Das heißt aber auch, dass man ohne Impfung Nachteile wie das ständige Testen in Kauf nehmen muss."

Man habe den Verlauf der Pandemie durch richtiges Verhalten selbst in der Hand.

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Kretschmer, der selbst bereits doppelt geimpft ist, hatte sich wiederholt mit Sorge über die Impfmüdigkeit in der sächsischen Bevölkerung geäußert.

Derzeit ist nur knapp die Hälfte der Menschen im Freistaat komplett geimpft: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag liegt die Quote bei 45,6 Prozent. Der Freistaat steht damit bundesweit auf dem letzten Platz; ebenso bei den Erstimpfungen.

Der Regierungschef weiter: "Wir haben einen Impfstoff, der kostenlos zur Verfügung steht gegen eine Krankheit, die potenziell tödlich verläuft. Was will man eigentlich mehr?"

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Der Ministerpräsident (r.), hier bei einem Besuch im Impfzentrum von Löbau, ist selbst bereits doppelt gegen Covid-19 geimpft.
Der Ministerpräsident (r.), hier bei einem Besuch im Impfzentrum von Löbau, ist selbst bereits doppelt gegen Covid-19 geimpft.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Pandemie zeige auch, dass man Aufklärung und einen emanzipierten Umgang mit dem Internet und sozialen Medien brauche. Das sei eine riesige Herausforderung.

Der Anteil der Menschen, die sich über die klassischen Medien Zeitung, Radio und Fernsehen informieren, nehme ab.

"Ein Teil der Bevölkerung nutzt andere Informationsquellen. Diese sind zum Teil extrem subjektiv, manipuliert, gefärbt", so Kretschmer.

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Titelfoto: John Macdougall/POOL/dpa

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