"Teuer-Steuer": Hessens Regierungschef Boris Rhein wettert gegen Zuckersteuer

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Von Isabell Scheuplein

Wiesbaden/Berlin/Köln - Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) hat die geplante Steuer auf zuckergesüßte Getränke als "Teuer-Steuer" bezeichnet. Steigende Lebenshaltungskosten seien eines der größten Probleme in Deutschland, sagte Rhein dem "Kölner Stadt-Anzeiger". 

Für Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) ist die Zuckersteuer lediglich ein Instrument, um Löcher im Haushalt zu stopfen.
Für Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) ist die Zuckersteuer lediglich ein Instrument, um Löcher im Haushalt zu stopfen.  © Arne Dedert/dpa

"Eine Zuckersteuer halte ich deshalb für ein falsches Signal, zumal es dabei nicht darum geht, die Gesundheit zu fördern, sondern Bürger wieder zur Kasse zu bitten für die Haushaltslöcher des Bundes", wird Rhein zitiert. Zudem gefährde die Steuer Arbeitsplätze in der meist mittelständisch geprägten Getränkeindustrie. 

Die schwarz-rote Koalition hatte ihren Streit über die Ausgestaltung der Zuckersteuer am Dienstag beigelegt. Die Bundesregierung verständigte sich auf eine Formulierungshilfe für die Regierungsfraktionen, die heute im Kabinett beschlossen werden soll. Rhein äußerte sich, bevor die Einigung in der Koalition bekannt wurde. 

Die Zuckersteuer soll nach den Plänen der Koalition ab dem 1. Juli 2027 erhoben werden. Der Kompromiss sieht eine zweistufige Steuer vor.

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Wie aus der Formulierungshilfe hervorgeht, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll ein Steuersatz von 26 Cent auf gesüßte Getränke mit einem Zuckergehalt ab 5 Gramm pro 100 Milliliter gelten.

Bei einem Zuckergehalt von 8 Gramm pro 100 Milliliter soll der Satz 32 Cent betragen. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Einigung berichtet.

Einnahmen von 690 Millionen Euro im nächsten Jahr erwartet

Die Steuer auf zuckergesüßte Getränke soll laut Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) aber nicht nur zusätzliche Einnahmen generieren, sondern Getränkeherstellern auch einen Anreiz bieten, ihre Produkte gesünder zu machen. (Symbolbild)
Die Steuer auf zuckergesüßte Getränke soll laut Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) aber nicht nur zusätzliche Einnahmen generieren, sondern Getränkeherstellern auch einen Anreiz bieten, ihre Produkte gesünder zu machen. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Mit der Zuckersteuer will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) nicht nur Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren, sondern auch Getränkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesünder zu machen. Das Kanzleramt hatte seine Pläne jedoch Anfang des Monats vorerst gestoppt.

Nach der jetzigen Einigung geht die Bundesregierung davon aus, dass die Steuer dem Bund 2027 rund 690 Millionen Euro einbringen wird, im Jahr 2028 dann 925 Millionen Euro.

Titelfoto: Bild-Montage: Sven Hoppe/dpa, Arne Dedert/dpa

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