Berlin - Nahezu zeitgleich haben die Grünen, die Linke und die SPD ihren Rückzug von der Plattform X angekündigt. Das soziale Netzwerk sei aus ihrer Sicht zuletzt "im Chaos versunken".
Am Montagmorgen, gegen kurz nach 9 Uhr, veröffentlichten mehrere offizielle Profile der drei Parteien einen vorerst letzten Beitrag.
Dabei nutzten sie denselben Wortlaut und Hashtag: "X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr. #WirVerlassenX", schrieben unter anderem die Kanäle der Parteivorstände und Bundestagsfraktionen von SPD, Grünen und Linken.
Auch einzelne Parteimitglieder, darunter die Grünen-Bundesvorsitzende Katharina Dröge (41), zogen einen Schlussstrich.
Sie alle verwiesen abschließend auf andere soziale Netzwerke, auf denen sie anstellen von X weiterhin aktiv sein wollen, etwa auf dem Twitter-Klon "Bluesky".
Auf X selbst wurde der abgestimmte Rückzug der drei Parteien überwiegend belächelt, viele Nutzer verabschiedeten sich mit einem sarkastischen "Tschüss".
Kritiker sehen in dem Rückzug des Trios zudem ein Eingeständnis einer Niederlage im politischen Diskurs auf X. Zugleich verwiesen mehrere Nutzer auf die mäßige Reichweite der Parteiprofile. Grüne, Linke und SPD haben zwar jeweils Hunderttausende Follower, mit ihren Beiträgen interagieren jedoch nicht ansatzweise so viele.