Berlin-Wahl live: Clan-Chef feiert bei den Linken mit, BSW muss zittern

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Berlin - Berlin hat gewählt und wird auf links gedreht! Der Wahlkrimi bleibt aus. Stattdessen geht Die Linke den Hochrechnungen zufolge mit 25,3 Prozent als klarer Wahlsieger hervor.

Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.
Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die CDU rutscht auf 19 Prozent ab. Die AfD legt als drittstärkste Kraft deutlich zu und kommt auf 16,3 Prozent.

Dahinter folgen die Grünen mit 14,4 Prozent. Die SPD kommt nur auf 12,1 Prozent.

Der BSW muss zittern, verpasst wohl ganz knapp den Einzug ins Rote Rathaus, kommt auf 4,8 Prozent.

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In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

20. September, 22.14 Uhr: Auszählung neigt sich Ende entgegen

Berlin macht Tempo. Es werden weiter fleißig Stimmen gezählt. Die Auswertung liegt derzeit schon bei 80 bis 90 Prozent. Das verriet Landeswahlleiter Stephan Bröchler im RBB. Bis zum vorläufigen Ergebnis wird es aber noch etwas dauern. Er rechnet damit erst in der Nacht. Das endgültige Ergebnis folgt dann erst am 12. Oktober.

Generell zeigt sich Bröchler nach der Chaos-Wahl vor fünf Jahren zufrieden. "Die Wahl ist insgesamt gut gelaufen. Fehler passieren immer, aber es waren kleine Fehler", sagte Bröchler zuvor im RBB.

So habe ein Schlüsseldienst aushelfen müssen und ein Wahllokal geöffnet, weil zwei Hausmeister nicht gekommen seien. Außerdem hätten sich Wahlvorstände krankgemeldet. In einem anderen Fall hätten jugendliche Erstwähler keine Stimmzettel bekommen. Das sei aber schnell geklärt worden, sagte Bröchler. "Unterm Strich bin ich eigentlich sehr zufrieden."

20. September, 21.45 Uhr: Linken-Co-Chefin zuversichtlich, dass sondiert wird

Kerstin Wolter (40, Linke) blickt nach dem Wahlsieg bereits auf die nächsten Schritte. Die Linken-Co-Chefin geht davon aus, dass ihre Partei Sondierungsgespräche über eine mögliche Regierungsbildung aufnehmen wird. Am Montag will sich der Landesvorstand treffen und den Landesparteitag am Freitag vorbereiten. Dort soll entschieden werden, ob Gespräche mit anderen Parteien aufgenommen werden.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Ergebnis im Rücken in Gespräche gehen werden", sagte Wolter der Deutschen Presse-Agentur auf der Wahlparty der Linken.

Auch mit Zustimmung der Grünen rechnet die Co-Parteichefin. Gegenüber dem RBB sagte sie: "Die Berlinerinnen und Berliner haben uns jetzt diesen Auftrag gegeben." Sie sei deshalb sehr zuversichtlich, dass auch ihre Partei für Gespräche stimmen werde, um Berlin "tatsächlich zu verändern".

Linken-Co-Chefin Kerstin Wolter (40, l.) geht davon aus, dass sondiert wird.
Linken-Co-Chefin Kerstin Wolter (40, l.) geht davon aus, dass sondiert wird.  © Sebastian Gollnow/dpa

20. September, 21.30 Uhr: BSW verpasst nach Hochrechnung Einzug ins Rote Rathaus

Die nächste Hochrechnung ist da: Die Linke steht weiter bei 25,3 Prozent und bleibt die einzige Partei, die die 20-Prozent-Marke erreicht hat. Die CDU rutscht auf 19 Prozent ab.

Der BSW muss kräftig zittern. Sie würden demnach mit 4,8 Prozent die 5-Prozent-Hürde verpassen. Das amtliche Ergebnis wird allerdings erst in der Nacht erwartet.

20. September, 21.20 Uhr: Ex-Bürgermeister hält Bündnis mit "diesen Linken" für schwierig

Wird Berlin Rot-Grün-Rot? Ex-Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze zumindest für äußerst schwierig. "Ich hatte eine rot-rot-grüne Regierung, fünf Jahre, und ein Dreierbündnis ist schon strukturell schwer. Mit diesen Linken, sehr parteiunerfahren, parlamentsunerfahren, eher aus dem Aktivistenlager, ist es sicherlich nochmal schwieriger", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Abend der Deutschen Presse-Agentur.

"Und der Wahlsieger, die Linke, muss jetzt Antwort geben, wie sie mit dem Thema Enteignung, wie sie mit dem Antisemitismusproblem in den eigenen Reihen eine stabile Regierung hinkriegen will", so Müller. "Die SPD ist wie die CDU abgewählt worden. Wir sind im Moment nicht am Zuge, sondern die Linke muss Antwort geben."

Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze für äußerst schwierig.
Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze für äußerst schwierig.  © Britta Pedersen/dpa

20. September, 21 Uhr: Gähnende Leere bei CDU-Wahlparty

Katerstimmung bei den Christdemokraten. Der Wahlkrimi blieb aus, zu deutlich ist der Vorsprung der Linken. Die Wahlparty ist bereits aufgelöst, die Tische werden schon abgeräumt, die CDU-Politiker sind schon weg.

Derweil geht die Auszählung weiter. Laut Tagesspiegel sind demnach bereits zwei Drittel (Stand 20.45 Uhr) aller Wahllokale in Berlin ausgezählt (2773 von 4114).

20. September, 20.49 Uhr: CDU-Dreierbündnis nicht mehr möglich

Die aktuellste Hochrechnung hätte bereits Folgen: Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD wäre nicht mehr möglich. Nach ARD-Zahlen von 19.57 Uhr hätten die drei Parteien zusammen 79 von 159 Sitzen im Abgeordnetenhaus. Die ZDF-Hochrechnung von 20.14 Uhr sieht sie bei 65 von 130 Sitzen.

Wie groß das Parlament am Ende tatsächlich wird, hängt von der Zahl der Überhang- und Ausgleichmandate ab. Laut beiden Hochrechnungen wäre das BSW knapp im Parlament vertreten, was für die Mehrheitsverhältnisse ebenfalls von Bedeutung ist.

Rechnerisch ohne Probleme möglich wäre den Zahlen zufolge ein rot-grün-rotes Bündnis, von den Grünen gab es dazu bereits positive Signale.

20. September, 20.40 Uhr: Clan-Chef auf Linken-Wahl-Party

Aufregung um die Gewinner-Wahl-Party der Linken in Neukölln. Clan-Chef Issa Remmo wurde ebenfalls im Festsaal Kreuzberg gesichtet. Die Partei distanzierte sich und betont, dass es weder politische noch persönliche Beziehungen zu der Person gebe. "Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten", teilte Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand der Neuköllner Linke auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

"Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person." Der Besuch der Wahlparty habe daran "selbstverständlich nichts geändert".

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner schrieb bei X: "Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören." 

20. September, 20.29 Uhr: Gysi sieht "historische Zäsur

"Was wir heute erleben, ist eine historische Zäsur", sagte Die Linke-Altmeister Gregor Gysi (78) zum Wahlergebnis.

"Wenn ich das 1990 prognostiziert hätte, wäre mir eine geschlossene Einrichtung empfohlen worden, da hätte ich mich auch hinbegeben. So sehr hat sich Berlin verändert, so sehr hat sich aber auch die Linke verändert."

Gregor Gysi (78) erkennt Wahlergebnis von Berlin auch, dass sich die Hauptstadt entschieden verändert hat.
Gregor Gysi (78) erkennt Wahlergebnis von Berlin auch, dass sich die Hauptstadt entschieden verändert hat.  © Sebastian Gollnow/dpa

20. September, 20.14 Uhr: Kai Wegner sieht Mitschuld für Berliner-CDU-Ergebnis bei Bundespartei

Berlins scheidender Bürgermeister Kai Wegner (54, CDU) gibt der Bundes-CDU eine Mitschuld am Abschneiden seiner Partei bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. "Der Gegenwind aus dem Bund hat uns hart getroffen. Jeden Tag auf den Straßen ging es seit Monaten eigentlich nur um bundespolitische Themen, nicht um landespolitische Themen" so Wegener gegenüber ARD. "Es ging ausschließlich um die Bundesregierung und viel um Friedrich Merz", machte der 54-Jährige deutlich.

Kai Wegner (54, CDU) sieht die Bundes-CDU in der Mitverantwortung, dass die Berliner CDU nicht erneut die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen konnte.
Kai Wegner (54, CDU) sieht die Bundes-CDU in der Mitverantwortung, dass die Berliner CDU nicht erneut die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen konnte.  © Katharina Kausche/dpa

20. September, 20 Uhr: Krach rechnet nicht mit Enteignung von Wohnungsunternehmen

Die Linke hat die Wahl in Berlin deutlich gewonnen - und will an den Plänen zur Enteignung großer Immobilienkonzerne festhalten. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach rechnet allerdings nicht damit, dass die Pläne auch umgesetzt werden. "Ich bin mir sehr sicher, dass es am Ende nicht klappen wird", sagte Krach am Sonntag in der ARD. Krach verwies dabei auf Umfragen, nach denen sich weiterhin eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner gegen eine Enteignung ausgesprochen habe.

Auch einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen hatte die Linke im Wahlkampf gefordert. Die wohnungspolitischen Pläne dürften damit zu einem möglichen Streitpunkt bei der Regierungsbildung werden.

Für die SPD selbst fiel der Wahlabend derweil bitter aus. Mit rund zwölf Prozent holte die Partei laut ersten Hochrechnungen ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl.

Krach zeigte sich entsprechend selbstkritisch: Die SPD dürfe nach der deutlichen Niederlage keine Forderungen stellen. "Wir haben das schlechteste Ergebnis jemals. Damit hat man keinen Regierungsauftrag", sagte der SPD-Landesvorsitzende.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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