Sie sucht seit Jahren eine neue Wohnung: Elif Eralp will in Berlin regieren

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Von Andreas Heimann

Berlin - Elif Eralp (45) hat die Berliner Linke durch den Wahlkampf geführt. Und ihre Partei hat nach den aktuellen Daten klar den Sieg errungen. Wofür steht die Politikerin? Und was sind ihre Ziele?

Elif Eralp (45) will als Linken-Bürgermeisterin ins Rote Rathaus einziehen.
Elif Eralp (45) will als Linken-Bürgermeisterin ins Rote Rathaus einziehen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Sie stand in der Berliner Landespolitik lange in der zweiten Reihe. Als Spitzenkandidatin wollte die 45-Jährige Berlins erste linke Regierungschefin und die erste mit türkischen Wurzeln werden.

Inspiriert wurde Eralp unter anderem vom Wahlerfolg des linken Demokraten Zohran Mamdani (34) in New York. "Wenn ein Linker in New York gewinnen kann, dann genauso gut in Berlin", sagte Eralp.

Zu Beginn des Berliner Wahlkampfs war sie noch weitgehend unbekannt. Die Linken-Strategie, an möglichst vielen Berliner Türen zu klingeln, unterstützte sie von Anfang an. Auch auf Social Media warb sie in mehreren Sprachen für sich und ihre Partei.

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Eralp wurde 1981 in München geboren. Ihre Eltern waren als Sozialisten und Gewerkschafter nach dem Militärputsch aus der Türkei geflohen. Schon als Kind nahm sie an Demonstrationen teil und engagierte sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung. In Hamburg studierte sie Jura und legte beide Staatsexamen mit Prädikat ab.

Seit 2010 lebt sie in Berlin und arbeitete zunächst als rechtspolitische Referentin der Linken-Bundestagsfraktion. Von 2018 bis 2023 gehörte sie dem Landesvorstand an. Seit 2021 sitzt sie im Abgeordnetenhaus und ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Diese Pläne hat Eralp für Berlin

Elif Eralp (45) feiert den Wahlsieg der Berliner Linken.
Elif Eralp (45) feiert den Wahlsieg der Berliner Linken.  © Sebastian Gollnow/dpa

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen, bei der die AfD mit Abstand stärkste Partei wurde, kündigte Eralp mit Blick auf Berlin an: "Ich will die Hauptstadt zum Ort der Hoffnung und Solidarität machen. Ich bin die Antwort auf Sachsen-Anhalt."

Im Wahlkampf setzte Eralp vor allem auf soziale Themen. Hohe Mieten und Lebenshaltungskosten gehörten zu ihren zentralen Themen. Sie kündigte an, Berlin bezahlbarer machen zu wollen, und stellte sich hinter die Enteignung großer Wohnungsunternehmen. Zudem will sie einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen.

Eralp lebt selbst zur Miete und sucht nach eigenen Angaben seit Jahren erfolglos eine größere Wohnung für ihre Familie. Auch die Umsetzung des Berliner Volksentscheids von 2021 zur Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen will sie vorantreiben. Damals hatten 56,4 Prozent der Abstimmenden dafür votiert.

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Die CDU warf der Berliner Linken im Wahlkampf vor, nicht entschieden genug gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen vorzugehen. Eralp räumte ein, dass es Antisemitismus auch innerhalb ihrer Partei gebe, betonte aber, die große Mehrheit der Linken stehe für den Schutz jüdischen Lebens.

Im Wahlkampf räumte die Spitzenkandidatin ein, dass die Umsetzung ihrer Ziele einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Für eine Regierungsbeteiligung ist die Linke zudem auf Gespräche mit SPD und Grünen angewiesen. Für Elif Eralp steht dennoch fest: "Mir geht es darum, ab Tag eins daran zu arbeiten."

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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