Berlin-Wahl live: Clan-Chef feiert bei den Linken mit, Partei distanziert sich

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Berlin - Berlin hat gewählt! Die nächste Hochrechnung ist auch schon da - und der Wahlkrimi bleibt aus. Die Linke steht mit 25,3 Prozent an der Spitze.

Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.
Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Dahinter folgt die CDU mit 19,1 Prozent. Die AfD legt deutlich zu und kommt auf 16,2 Prozent.

Dahinter folgen die Grünen mit 14,5 Prozent. Die SPD kommt nur auf 12,1 Prozent.

Der BSW schafft wohl ganz knapp den Einzug ins Rote Rathaus, kommt auf 5 Prozent.

Wahlbenachrichtigung verlegt: So könnt Ihr trotzdem Eure Stimme abgeben
Berlin-Wahl 2026 Wahlbenachrichtigung verlegt: So könnt Ihr trotzdem Eure Stimme abgeben

In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

20. September, 21.20 Uhr: Ex-Bürgermeister hält Bündnis mit "diesen Linken" für schwierig

Wird Berlin Rot-Grün-Rot? Ex-Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze zumindest für äußerst schwierig. "Ich hatte eine rot-rot-grüne Regierung, fünf Jahre, und ein Dreierbündnis ist schon strukturell schwer. Mit diesen Linken, sehr parteiunerfahren, parlamentsunerfahren, eher aus dem Aktivistenlager, ist es sicherlich nochmal schwieriger", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Abend der Deutschen Presse-Agentur.

"Und der Wahlsieger, die Linke, muss jetzt Antwort geben, wie sie mit dem Thema Enteignung, wie sie mit dem Antisemitismusproblem in den eigenen Reihen eine stabile Regierung hinkriegen will", so Müller. "Die SPD ist wie die CDU abgewählt worden. Wir sind im Moment nicht am Zuge, sondern die Linke muss Antwort geben."

Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze für äußerst schwierig.
Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze für äußerst schwierig.  © Britta Pedersen/dpa

20. September, 21 Uhr: Gähnende Leere bei CDU-Wahlparty

Katerstimmung bei den Christdemokraten. Der Wahlkrimi blieb aus, zu deutlich ist der Vorsprung der Linken. Die Wahlparty ist bereits aufgelöst, die Tische werden schon abgeräumt, die CDU-Politiker sind schon weg.

Derweil geht die Auszählung weiter. Laut Tagesspiegel sind demnach bereits zwei Drittel (Stand 20.45 Uhr) aller Wahllokale in Berlin ausgezählt (2773 von 4114).

20. September, 20.49 Uhr: CDU-Dreierbündnis nicht mehr möglich

Die aktuellste Hochrechnung hätte bereits Folgen: Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD wäre nicht mehr möglich. Nach ARD-Zahlen von 19.57 Uhr hätten die drei Parteien zusammen 79 von 159 Sitzen im Abgeordnetenhaus. Die ZDF-Hochrechnung von 20.14 Uhr sieht sie bei 65 von 130 Sitzen.

Wie groß das Parlament am Ende tatsächlich wird, hängt von der Zahl der Überhang- und Ausgleichmandate ab. Laut beiden Hochrechnungen wäre das BSW knapp im Parlament vertreten, was für die Mehrheitsverhältnisse ebenfalls von Bedeutung ist.

Rechnerisch ohne Probleme möglich wäre den Zahlen zufolge ein rot-grün-rotes Bündnis, von den Grünen gab es dazu bereits positive Signale.

20. September, 20.40 Uhr: Clan-Chef auf Linken-Wahl-Party

Aufregung um die Gewinner-Wahl-Party der Linken in Neukölln. Clan-Chef Issa Remmo wurde ebenfalls im Festsaal Kreuzberg gesichtet. Die Partei distanzierte sich und betont, dass es weder politische noch persönliche Beziehungen zu der Person gebe. "Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten", teilte Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand der Neuköllner Linke auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

"Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person." Der Besuch der Wahlparty habe daran "selbstverständlich nichts geändert".

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner schrieb bei X: "Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören." 

20. September, 20.29 Uhr: Gysi sieht "historische Zäsur

"Was wir heute erleben, ist eine historische Zäsur", sagte Die Linke-Altmeister Gregor Gysi (78) zum Wahlergebnis.

"Wenn ich das 1990 prognostiziert hätte, wäre mir eine geschlossene Einrichtung empfohlen worden, da hätte ich mich auch hinbegeben. So sehr hat sich Berlin verändert, so sehr hat sich aber auch die Linke verändert."

Gregor Gysi (78) erkennt Wahlergebnis von Berlin auch, dass sich die Hauptstadt entschieden verändert hat.
Gregor Gysi (78) erkennt Wahlergebnis von Berlin auch, dass sich die Hauptstadt entschieden verändert hat.  © Sebastian Gollnow/dpa

20. September, 20.14 Uhr: Kai Wegner sieht Mitschuld für Berliner-CDU-Ergebnis bei Bundespartei

Berlins scheidender Bürgermeister Kai Wegner (54, CDU) gibt der Bundes-CDU eine Mitschuld am Abschneiden seiner Partei bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. "Der Gegenwind aus dem Bund hat uns hart getroffen. Jeden Tag auf den Straßen ging es seit Monaten eigentlich nur um bundespolitische Themen, nicht um landespolitische Themen" so Wegener gegenüber ARD. "Es ging ausschließlich um die Bundesregierung und viel um Friedrich Merz", machte der 54-Jährige deutlich.

Kai Wegner (54, CDU) sieht die Bundes-CDU in der Mitverantwortung, dass die Berliner CDU nicht erneut die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen konnte.
Kai Wegner (54, CDU) sieht die Bundes-CDU in der Mitverantwortung, dass die Berliner CDU nicht erneut die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen konnte.  © Katharina Kausche/dpa

20. September, 20 Uhr: Krach rechnet nicht mit Enteignung von Wohnungsunternehmen

Die Linke hat die Wahl in Berlin deutlich gewonnen - und will an den Plänen zur Enteignung großer Immobilienkonzerne festhalten. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach rechnet allerdings nicht damit, dass die Pläne auch umgesetzt werden. "Ich bin mir sehr sicher, dass es am Ende nicht klappen wird", sagte Krach am Sonntag in der ARD. Krach verwies dabei auf Umfragen, nach denen sich weiterhin eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner gegen eine Enteignung ausgesprochen habe.

Auch einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen hatte die Linke im Wahlkampf gefordert. Die wohnungspolitischen Pläne dürften damit zu einem möglichen Streitpunkt bei der Regierungsbildung werden.

Für die SPD selbst fiel der Wahlabend derweil bitter aus. Mit rund zwölf Prozent holte die Partei laut ersten Hochrechnungen ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl.

Krach zeigte sich entsprechend selbstkritisch: Die SPD dürfe nach der deutlichen Niederlage keine Forderungen stellen. "Wir haben das schlechteste Ergebnis jemals. Damit hat man keinen Regierungsauftrag", sagte der SPD-Landesvorsitzende.

20. September, 19.47 Uhr: Eralp hält an Enteignungsplänen fest

Werden die Enteignungspläne zum Knackpunkt in den möglichen Koalitionsgesprächen? Die Linke hält zumindest an den umstrittenen Plänen fest. "Die Berlinerinnen und Berliner haben sich klar für eine Politik entschieden, Berlin bezahlbar zu machen", so Elif Eralp im Interview mit der ARD.

Die Linken wollen die Mietenkrise entschieden angehen, dazu gehört unter anderem auch die Vergesellschaftung. "Da gab es einen demokratischen Auftrag der Berlinerinnen und Berliner - und den werde ich auch umsetzen."

Wahlsiegerin Elif Eralp (2.v.l.) hält an den Plänen zur Enteignung der Immobilienkonzerne fest.
Wahlsiegerin Elif Eralp (2.v.l.) hält an den Plänen zur Enteignung der Immobilienkonzerne fest.  © Sebastian Gollnow/dpa

20. September, 19.30 Uhr: Die Linke baut Vorsprung aus

Nächste Hochrechnung: Die Linke baut den Vorsprung weiter aus, liegt nun bei 25,1 Prozent. Die CDU landet bei 19,8 Prozent. Die AfD als drittstärkste Kraft erreicht 15,6 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 14,9 Prozent.

Bei der SPD hat sich nichts verändert. Die Sozialdemokraten liegen weiter bei 12 Prozent. Der BSW zieht demnach mit ins 5 Prozent ins Rote Rathaus ein.

20. September, 19.22 Uhr: Evers will mit anderen Parteien sprechen

Die CDU hat die Wahl verloren, Spitzenkandidat Stefan Evers will nach der Niederlage seiner Partei dennoch in Gespräche mit anderen Parteien gehen. "Wir sind ja immer miteinander im Gespräch. Insofern werden in den nächsten Tagen Gespräche stattfinden, wie man mit den Ergebnissen umgehen kann", sagte Evers vor Journalisten.

Konkret von "Sondierungsgesprächen" sprach Evers aber nicht. Er wolle zunächst "genau beobachten, wie sich die Zahlen entwickeln". Er wolle mit anderen Parteien über die weitere Entwicklung sprechen. "Das gehört sich so unter Demokraten, erst recht, wenn die Ergebnisse so unsicher sind."

Stefan Evers holte mit der CDU 20 Prozent.
Stefan Evers holte mit der CDU 20 Prozent.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

20. September, 19.16 Uhr: Zentralrat der Juden beunruhigt über Wahlergebnis

Der Zentralrat der Juden blickt mit großer Sorge auf den Ausgang der Berliner Abgeordnetenhauswahl. Nach dem absehbaren Wahlsieg der Linken warnt Zentralratspräsident Josef Schuster vor einer möglichen Regierungsbeteiligung der Partei. Schuster wirft der Berliner Linken vor, im Wahlkampf mehrfach antisemitische Grenzüberschreitungen zugelassen zu haben. "Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst", erklärte er.

Nach seinen Angaben sei unter anderem zum Tod israelischer Soldaten sowie zur Intifada aufgerufen worden. Teile des Publikums hätten dazu getanzt.

Schuster richtet deshalb einen Appell an SPD und Grüne, der Linken nicht den Weg ins Rote Rathaus zu ebnen. Beim Kampf gegen Antisemitismus habe die Partei aus seiner Sicht ihre Glaubwürdigkeit verloren. "In der Bekämpfung des Judenhasses, den diese Partei in ihren Reihen duldet und frei gewähren lässt, besitzt die Linke keinerlei Glaubwürdigkeit mehr", sagte der Zentralratspräsident.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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