Berlin-Wahl live: Eralp beansprucht Amt der Regierenden Bürgermeisterin

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Berlin - Berlin hat gewählt und wird auf links gedreht! Der Wahlkrimi bleibt aus. Stattdessen geht Die Linke mit 25,7 Prozent als klarer Wahlsieger hervor.

Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.
Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die CDU rutscht auf 18,8 Prozent ab. Die AfD legt als drittstärkste Kraft deutlich zu und kommt auf 16,3 Prozent.

Dahinter folgen die Grünen mit 14,3 Prozent. Die SPD kommt nur auf 12,1 Prozent.

Der BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) scheitert an der Fünfprozenthürde.

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In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

21. September, 7.08 Uhr: Rot-Grün-Rot in Berlin? Eralp beansprucht Amt der Regierenden Bürgermeisterin

Die Linke ist mit über 25,7 Prozent stärkste Kraft und könnte mit Grünen und SPD eine Regierung bilden. Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Doch es gibt mehrere Hürden.

Größter Streitpunkt ist die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Die Linke will daran festhalten und verweist auf den Volksentscheid von 2021. Dadurch könnten rund 220.000 zusätzliche kommunale Wohnungen entstehen. Die Grünen unterstützen die Forderung, SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) hält eine Enteignung dagegen für unrealistisch.

Auch Antisemitismus-Debatten belasten das Verhältnis zur Linken. Zuletzt gab es Kritik an einem umstrittenen Auftritt bei einer Parteiveranstaltung. Eralp distanzierte sich von Gewaltaufrufen.

Zudem sorgte das Auftauchen des bekannten Clan-Mitglieds Issa Remmo (58) bei einer Wahlparty der Linken in Neukölln für Kritik. Die Grünen fordern vor einer Regierungsbildung Klarheit in beiden Punkten.

Die CDU fordert wegen der Antisemitismus-Debatten eine Beobachtung der Linken durch den Verfassungsschutz. Hinzu kommt die schwierige Lage der SPD: Sie erzielte mit 12,1 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis und verlor rund sechs Prozentpunkte. Krach sprach von einer "Zäsur" und sagte, die SPD habe damit keinen Regierungsauftrag.

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin für sich.
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin für sich.  © Sebastian Gollnow/dpa

21. September, 6.52 Uhr: Die Linke gewinnt Berliner Wahl mit großem Vorsprung

Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin mit 25,7 Prozent der Stimmen klar gewonnen.

Es folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Die Linke erhält damit 47 Sitze, die CDU 34, die AfD 29, die Grünen 26 und die SPD 22 Sitze.

Zusammen kämen Linke, Grüne und SPD auf 95 von 158 Sitzen und damit eine Mehrheit. Die bisherige CDU/SPD-Koalition verliert ihre Mehrheit. BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) scheitern an der Fünfprozenthürde.

Die Linke in Berlin freut sich über das deutliche Wahlergebnis.
Die Linke in Berlin freut sich über das deutliche Wahlergebnis.  © Sebastian Gollnow/dpa

21. September, 6.45 Uhr: Dragqueen Gloria Viagra verpasst Direktmandat bei Wahl in Berlin

Dragqueen Gloria Viagra (60) hat bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl erneut ein Direktmandat verpasst.

Im Wahlkreis Pankow 8 kam sie auf 26,7 Prozent der Erststimmen und landete damit auf Platz zwei hinter der Grünen-Politikerin Daniela Billig (34,3 Prozent). Im Vergleich zur Wahl 2023 konnte Gloria Viagra ihr Ergebnis deutlich um 8,6 Prozentpunkte verbessern. Sie kandidierte zudem auf der Linken-Bezirksliste in Pankow.

Dragqueen Gloria Viagra trat bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis 8 für das Winsviertel, Mendelsohnviertel, Thälmannpark, Teutoburger Platz und Kastanienallee an. (Archivfoto)
Dragqueen Gloria Viagra trat bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis 8 für das Winsviertel, Mendelsohnviertel, Thälmannpark, Teutoburger Platz und Kastanienallee an. (Archivfoto)  © Christophe Gateau/dpa

21. September, 6.33 Uhr: Kein Direktmandat – Krach, Evers und Brinker scheitern in ihren Wahlkreisen

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl haben die Spitzenkandidaten von SPD, CDU und AfD ihre jeweiligen Wahlkreise nicht direkt gewonnen.

SPD-Landeschef Steffen Krach (47) kam in Steglitz-Zehlendorf 2 auf Platz drei hinter Tom Cywinski (39, CDU) und Daniel Eliasson (29, Grüne). Ein Einzug ins Abgeordnetenhaus dürfte für Krach dennoch über die Bezirksliste möglich sein.

Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) verlor sein Direktmandat in Treptow-Köpenick. Mit 24,5 Prozent unterlag er deutlich dem AfD-Kandidaten Alexander Bertram (38), der 31,5 Prozent erreichte. Evers dürfte ebenfalls über die CDU-Bezirksliste ins Parlament einziehen.

AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker (54) verpasste ebenfalls das Direktmandat. In Steglitz-Zehlendorf 1 erreichte sie mit 9,3 Prozent der Erststimmen nur Platz fünf. Ihr Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus ist über die Landes- beziehungsweise Listenregelung jedoch gesichert.

20. September, 22.21 Uhr: Grüne verlieren Berliner Hochburg Friedrichshain-Kreuzberg

Die Grünen werden voraussichtlich ihre Berliner Hochburg Friedrichshain-Kreuzberg an die Linke verlieren. Nach Auszählung von 92 Prozent der Gebiete lag die Linke in dem Bezirk bei den Zweitstimmen mit 44 Prozent deutlich vor den Grünen mit 20,8 Prozent, wie der Wahlleiter mitteilte. Bei der Wahl 2023 waren die Grünen mit 33,5 Prozent noch klar vor der Linken mit 21,1 Prozent gewesen.

Die Grünen werden in Friedrichshain-Kreuzberg wahrscheinlich auch kein Direktmandat gewinnen - die Linke lag in allen fünf Wahlkreisen vorn. Vor drei Jahren errangen die Grünen noch fünf der damals sechs Wahlkreise.

20. September, 22.18 Uhr: Kenia-Koalition wäre mit BSW-Aus wieder möglich

Das BSW ist in Berlin in aktuellen Hochrechnungen unter die Fünf-Prozent-Hürde gerutscht und würde demnach nicht in das Abgeordnetenhaus einziehen. Laut Zahlen des ZDF von 21.56 Uhr erzielt die Partei 4,9 Prozent. Auch eine Hochrechnung der ARD von 21.25 Uhr sieht die Partei mit 4,8 Prozent unter der kritischen Hürde.

Sollte das BSW tatsächlich nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen, wäre demnach ein CDU-geführtes Bündnis mit Grünen und SPD rechnerisch möglich. 

20. September, 22.14 Uhr: Auszählung neigt sich Ende entgegen

Berlin macht Tempo. Es werden weiter fleißig Stimmen gezählt. Die Auswertung liegt derzeit schon bei 80 bis 90 Prozent. Das verriet Landeswahlleiter Stephan Bröchler im RBB. Bis zum vorläufigen Ergebnis wird es aber noch etwas dauern. Er rechnet damit erst in der Nacht. Das endgültige Ergebnis folgt dann erst am 12. Oktober.

Generell zeigt sich Bröchler nach der Chaos-Wahl vor fünf Jahren zufrieden. "Die Wahl ist insgesamt gut gelaufen. Fehler passieren immer, aber es waren kleine Fehler", sagte Bröchler zuvor im RBB.

So habe ein Schlüsseldienst aushelfen müssen und ein Wahllokal geöffnet, weil zwei Hausmeister nicht gekommen seien. Außerdem hätten sich Wahlvorstände krankgemeldet. In einem anderen Fall hätten jugendliche Erstwähler keine Stimmzettel bekommen. Das sei aber schnell geklärt worden, sagte Bröchler. "Unterm Strich bin ich eigentlich sehr zufrieden."

20. September, 21.45 Uhr: Linken-Co-Chefin zuversichtlich, dass sondiert wird

Kerstin Wolter (40, Linke) blickt nach dem Wahlsieg bereits auf die nächsten Schritte. Die Linken-Co-Chefin geht davon aus, dass ihre Partei Sondierungsgespräche über eine mögliche Regierungsbildung aufnehmen wird. Am Montag will sich der Landesvorstand treffen und den Landesparteitag am Freitag vorbereiten. Dort soll entschieden werden, ob Gespräche mit anderen Parteien aufgenommen werden.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Ergebnis im Rücken in Gespräche gehen werden", sagte Wolter der Deutschen Presse-Agentur auf der Wahlparty der Linken.

Auch mit Zustimmung der Grünen rechnet die Co-Parteichefin. Gegenüber dem RBB sagte sie: "Die Berlinerinnen und Berliner haben uns jetzt diesen Auftrag gegeben." Sie sei deshalb sehr zuversichtlich, dass auch ihre Partei für Gespräche stimmen werde, um Berlin "tatsächlich zu verändern".

Linken-Co-Chefin Kerstin Wolter (40, l.) geht davon aus, dass sondiert wird.
Linken-Co-Chefin Kerstin Wolter (40, l.) geht davon aus, dass sondiert wird.  © Sebastian Gollnow/dpa

20. September, 21.30 Uhr: BSW verpasst nach Hochrechnung Einzug ins Rote Rathaus

Die nächste Hochrechnung ist da: Die Linke steht weiter bei 25,3 Prozent und bleibt die einzige Partei, die die 20-Prozent-Marke erreicht hat. Die CDU rutscht auf 19 Prozent ab.

Der BSW muss kräftig zittern. Sie würden demnach mit 4,8 Prozent die 5-Prozent-Hürde verpassen. Das amtliche Ergebnis wird allerdings erst in der Nacht erwartet.

20. September, 21.20 Uhr: Ex-Bürgermeister hält Bündnis mit "diesen Linken" für schwierig

Wird Berlin Rot-Grün-Rot? Ex-Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze zumindest für äußerst schwierig. "Ich hatte eine rot-rot-grüne Regierung, fünf Jahre, und ein Dreierbündnis ist schon strukturell schwer. Mit diesen Linken, sehr parteiunerfahren, parlamentsunerfahren, eher aus dem Aktivistenlager, ist es sicherlich nochmal schwieriger", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Abend der Deutschen Presse-Agentur.

"Und der Wahlsieger, die Linke, muss jetzt Antwort geben, wie sie mit dem Thema Enteignung, wie sie mit dem Antisemitismusproblem in den eigenen Reihen eine stabile Regierung hinkriegen will", so Müller. "Die SPD ist wie die CDU abgewählt worden. Wir sind im Moment nicht am Zuge, sondern die Linke muss Antwort geben."

Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze für äußerst schwierig.
Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (61, SPD) hält die Bildung einer Drei-Parteien-Koalition mit der Linken an der Spitze für äußerst schwierig.  © Britta Pedersen/dpa

20. September, 21 Uhr: Gähnende Leere bei CDU-Wahlparty

Katerstimmung bei den Christdemokraten. Der Wahlkrimi blieb aus, zu deutlich ist der Vorsprung der Linken. Die Wahlparty ist bereits aufgelöst, die Tische werden schon abgeräumt, die CDU-Politiker sind schon weg.

Derweil geht die Auszählung weiter. Laut Tagesspiegel sind demnach bereits zwei Drittel (Stand 20.45 Uhr) aller Wahllokale in Berlin ausgezählt (2773 von 4114).

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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