Berlin-Wahl live: Was wird aus Franziska Giffey? SPD-Politikerin raus aus Abgeordnetenhaus

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Berlin - Berlin hat gewählt und wird auf links gedreht! Der Wahlkrimi bleibt aus. Stattdessen geht Die Linke mit 25,7 Prozent als klarer Wahlsieger hervor.

Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.
Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die CDU rutscht auf 18,8 Prozent ab. Die AfD legt als drittstärkste Kraft deutlich zu und kommt auf 16,3 Prozent.

Dahinter folgen die Grünen mit 14,3 Prozent. Die SPD kommt nur auf 12,1 Prozent.

Der BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) scheitert an der Fünfprozenthürde.

Sie sucht seit Jahren eine neue Wohnung: Elif Eralp will in Berlin regieren
Berlin-Wahl 2026 Sie sucht seit Jahren eine neue Wohnung: Elif Eralp will in Berlin regieren

In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

21. September, 10.42 Uhr: Grüne stellen Bedingungen für Koalition mit der Linken

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (45) fordert von der Linken vor einer möglichen Regierungsbeteiligung eine klare Abgrenzung von Antisemitismus in den eigenen Reihen.

"Es muss klar sein, wie sie diese problematischen Teile ihrer Partei in die Schranken weisen", sagte Graf im RBB-Inforadio. Die Grünen sehen zudem beim Thema organisierte Kriminalität Gesprächsbedarf.

Die Linke wurde bei der Berlin-Wahl mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, die Grünen kamen auf 14,3 Prozent.

21. September, 10.38 Uhr: Brinker: AfD ist "sehr, sehr starke Opposition"

AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker (54) zeigt sich zufrieden mit dem Wahlergebnis ihrer Partei in Berlin. Mit 16,3 Prozent werde die AfD eine "sehr, sehr starke Opposition" sein.

"Wir werden alles tun, damit wir hier den Finger in die Wunde legen", sagte Brinker im RBB-Inforadio. Zugleich kündigte sie an, künftig stärker um junge Menschen, den Mittelstand, bürgerliche Wähler und Menschen mit Migrationsgeschichte werben zu wollen.

21. September, 10.32 Uhr: Reichinnek will Eralp im Roten Rathaus sehen

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek (38) weist Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei zurück. Es gebe eine klare rote Linie: "Wer die überschreitet, hat in dieser Partei nichts verloren", sagte sie im Deutschlandfunk.

Angesprochen auf den Besuch von Issa Remmo (58) bei der Wahlparty betonte Reichinnek, die Veranstaltung sei für alle offen gewesen. Remmo sei sofort weggeschickt worden. "Wir haben ja unsere Wahlpartys jetzt nicht mit Zäunen gesichert", sagte sie.

Zudem sprach sich Reichinnek für Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin aus: "Elif Eralp gehört ins Rote Rathaus."

Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Heidi Reichinnek, hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei zurückgewiesen und unterstützt die Berliner Linke.
Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Heidi Reichinnek, hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei zurückgewiesen und unterstützt die Berliner Linke.  © Jan Woitas/dpa

21. September, 9.45 Uhr: Giffey verpasst den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus

Franziska Giffey (48) ist nach der Berlin-Wahl nicht mehr im Abgeordnetenhaus vertreten. Die frühere Regierende Bürgermeisterin verlor ihren Wahlkreis in Rudow mit 26,3 Prozent knapp an den CDU-Kandidaten Olaf Schenk (27,7 Prozent).

Giffey fehlten gut 300 Stimmen. Da sie nicht über die SPD-Bezirksliste abgesichert war, war das Direktmandat ihre einzige Chance auf einen Wiedereinzug. Wie es für die prominente SPD-Politikerin nun weitergeht, ist offen.

Auch ohne Parlamentsmandat könnte sie theoretisch an Koalitionsverhandlungen teilnehmen oder erneut ein Senatorinnenamt übernehmen. Ebenso ist ein Ende ihrer politischen Karriere möglich.

Franziska Giffey (48, SPD), Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, hat ohne Direktmandat keine Chance auf einen Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.
Franziska Giffey (48, SPD), Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, hat ohne Direktmandat keine Chance auf einen Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.  © Christoph Soeder/dpa

21. September, 9.37 Uhr: Ermittlungen waren für Krach "kein Vorteil"

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) sieht die Ermittlungen gegen ihn als möglichen Faktor für das schlechte Wahlergebnis seiner Partei.

"Sie waren jedenfalls kein Vorteil", sagte er im RBB-Inforadio. Zugleich verwies Krach auf fehlenden Rückenwind von der Bundes-SPD.

Steffen Krach (47) räumt ein, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsannahme zum schlechten Wahlergebnis beigetragen haben könnten.
Steffen Krach (47) räumt ein, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsannahme zum schlechten Wahlergebnis beigetragen haben könnten.  © Christoph Soeder/dpa

21. September, 9.28 Uhr: Evers offen für Koalitionsgespräche

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) hält Reformen der Bundesregierung weiter für notwendig. Nach der Berlin-Wahl schließt er eine Regierungsbeteiligung seiner Partei nicht aus.

Entscheidend sei eine stabile und handlungsfähige Regierung, sagte Evers im RBB-Inforadio. Gleichzeitig erwartet er nach dem Wahlerfolg der Linken einen "Realitätscheck". Deren Wahlversprechen hätten wenig mit der Lage zu tun, in der sich Berlin aktuell und künftig befinde.

21. September, 9.05 Uhr: Terror-Unterstützer feiert mit Clan-Chef und Bundestagsabgeordneten auf Linken-Wahlparty

Nach dem Auftritt von Clan-Chef Issa Remmo bei einer Wahlparty der Berliner Linken sorgt ein weiterer Gast für Kritik: Laut dem Verein democ war dort auch der Anti-Israel-Aktivist Ibrahim Ibrahim zu sehen, den der Verein als Unterstützer der als Terrororganisation eingestuften PFLP bezeichnet.

Auch Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak (47) ist auf einem Foto neben Ibrahim zu sehen. Remmo hatte die Linken-Wahlpartys in Neukölln und Kreuzberg besucht. Die Partei betonte anschließend, er sei nicht eingeladen gewesen und wieder hinausgeschickt worden.

Terror-Unterstützer Ibrahim Ibrahim (r.) mit Linken-Bundestagsmitglied Ferat Koçak (47, M.) am Sonntagabend auf der Linken-Wahlparty in Berlin.
Terror-Unterstützer Ibrahim Ibrahim (r.) mit Linken-Bundestagsmitglied Ferat Koçak (47, M.) am Sonntagabend auf der Linken-Wahlparty in Berlin.  © Screenshot/tiktok/Araki Chaker

21. September, 8.27 Uhr: Stefan Evers betont die Notwendigkeit von Reformen

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) sieht trotz des Berliner Wahlergebnisses weiterhin keinen Grund, von den geplanten Reformen der Bundesregierung abzurücken.

Diese müssten allerdings so umgesetzt werden, dass die Menschen nachvollziehen könnten, warum sie notwendig seien und wie sie sozial gerecht gestaltet werden könnten, sagte Evers im RBB-Inforadio. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Bundespolitik der Berliner CDU im Wahlkampf keinen Rückenwind verschafft habe.

Offen bleibt auch, welche Rolle die CDU künftig im Berliner Abgeordnetenhaus spielen wird. Eine Regierungsbeteiligung schloss Evers nicht aus.

Neben einem Bündnis aus Linken, Grünen und SPD wäre auch eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen rechnerisch möglich. Für Evers steht dabei vor allem die Regierungsfähigkeit im Vordergrund. Berlin brauche eine stabile Regierung.

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46).
CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46).  © Britta Pedersen/dpa

21. September, 7.08 Uhr: Rot-Grün-Rot in Berlin? Eralp beansprucht Amt der Regierenden Bürgermeisterin

Die Linke ist mit über 25,7 Prozent stärkste Kraft und könnte mit Grünen und SPD eine Regierung bilden. Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Doch es gibt mehrere Hürden.

Größter Streitpunkt ist die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Die Linke will daran festhalten und verweist auf den Volksentscheid von 2021. Dadurch könnten rund 220.000 zusätzliche kommunale Wohnungen entstehen. Die Grünen unterstützen die Forderung, SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) hält eine Enteignung dagegen für unrealistisch.

Auch Antisemitismus-Debatten belasten das Verhältnis zur Linken. Zuletzt gab es Kritik an einem umstrittenen Auftritt bei einer Parteiveranstaltung. Eralp distanzierte sich von Gewaltaufrufen.

Zudem sorgte das Auftauchen des bekannten Clan-Mitglieds Issa Remmo (58) bei einer Wahlparty der Linken in Neukölln für Kritik. Die Grünen fordern vor einer Regierungsbildung Klarheit in beiden Punkten.

Die CDU fordert wegen der Antisemitismus-Debatten eine Beobachtung der Linken durch den Verfassungsschutz. Hinzu kommt die schwierige Lage der SPD: Sie erzielte mit 12,1 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis und verlor rund sechs Prozentpunkte. Krach sprach von einer "Zäsur" und sagte, die SPD habe damit keinen Regierungsauftrag.

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin für sich.
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin für sich.  © Sebastian Gollnow/dpa

21. September, 6.52 Uhr: Die Linke gewinnt Berliner Wahl mit großem Vorsprung

Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin mit 25,7 Prozent der Stimmen klar gewonnen.

Es folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Die Linke erhält damit 47 Sitze, die CDU 34, die AfD 29, die Grünen 26 und die SPD 22 Sitze.

Zusammen kämen Linke, Grüne und SPD auf 95 von 158 Sitzen und damit eine Mehrheit. Die bisherige CDU/SPD-Koalition verliert ihre Mehrheit. BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) scheitern an der Fünfprozenthürde.

Die Linke in Berlin freut sich über das deutliche Wahlergebnis.
Die Linke in Berlin freut sich über das deutliche Wahlergebnis.  © Sebastian Gollnow/dpa

21. September, 6.45 Uhr: Dragqueen Gloria Viagra verpasst Direktmandat bei Wahl in Berlin

Dragqueen Gloria Viagra (60) hat bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl erneut ein Direktmandat verpasst.

Im Wahlkreis Pankow 8 kam sie auf 26,7 Prozent der Erststimmen und landete damit auf Platz zwei hinter der Grünen-Politikerin Daniela Billig (34,3 Prozent). Im Vergleich zur Wahl 2023 konnte Gloria Viagra ihr Ergebnis deutlich um 8,6 Prozentpunkte verbessern. Sie kandidierte zudem auf der Linken-Bezirksliste in Pankow.

Dragqueen Gloria Viagra trat bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis 8 für das Winsviertel, Mendelsohnviertel, Thälmannpark, Teutoburger Platz und Kastanienallee an. (Archivfoto)
Dragqueen Gloria Viagra trat bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis 8 für das Winsviertel, Mendelsohnviertel, Thälmannpark, Teutoburger Platz und Kastanienallee an. (Archivfoto)  © Christophe Gateau/dpa

21. September, 6.33 Uhr: Kein Direktmandat – Krach, Evers und Brinker scheitern in ihren Wahlkreisen

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl haben die Spitzenkandidaten von SPD, CDU und AfD ihre jeweiligen Wahlkreise nicht direkt gewonnen.

SPD-Landeschef Steffen Krach (47) kam in Steglitz-Zehlendorf 2 auf Platz drei hinter Tom Cywinski (39, CDU) und Daniel Eliasson (29, Grüne). Ein Einzug ins Abgeordnetenhaus dürfte für Krach dennoch über die Bezirksliste möglich sein.

Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) verlor sein Direktmandat in Treptow-Köpenick. Mit 24,5 Prozent unterlag er deutlich dem AfD-Kandidaten Alexander Bertram (38), der 31,5 Prozent erreichte. Evers dürfte ebenfalls über die CDU-Bezirksliste ins Parlament einziehen.

AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker (54) verpasste ebenfalls das Direktmandat. In Steglitz-Zehlendorf 1 erreichte sie mit 9,3 Prozent der Erststimmen nur Platz fünf. Ihr Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus ist über die Landes- beziehungsweise Listenregelung jedoch gesichert.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

Mehr zum Thema Berlin-Wahl 2026: