Berlin-Wahl: Sondierungen könnten schon nächste Woche beginnen

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Berlin - Berlin hat gewählt und wird auf links gedreht! Der Wahlkrimi bleibt aus. Stattdessen geht Die Linke mit 25,7 Prozent als klarer Wahlsieger hervor.

Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.
Siegerfoto: Elif Eralp (45, Linke, r.) schnappt sich den Wahlsieg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die CDU rutscht auf 18,8 Prozent ab. Die AfD legt als drittstärkste Kraft deutlich zu und kommt auf 16,3 Prozent.

Dahinter folgen die Grünen mit 14,3 Prozent. Die SPD kommt nur auf 12,1 Prozent.

Der BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) scheitert an der Fünfprozenthürde.

Sie sucht seit Jahren eine neue Wohnung: Elif Eralp will in Berlin regieren
Berlin-Wahl 2026 Sie sucht seit Jahren eine neue Wohnung: Elif Eralp will in Berlin regieren

In unserem Liveticker zur Berlin-Wahl findet Ihr alle wichtigen Informationen im Überblick.

21. September, 19.07 Uhr: Sondierungen in Berlin könnten nächste Woche beginnen

Die Berliner Linke setzt auf einen zügigen Beginn von Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung mit Grünen und SPD.

Sollte der dazu am Freitag geplante Parteitag zustimmen, könnten die Gespräche in der kommenden Woche beginnen, sagte Linke-Landesgeschäftsführer Bjoern Tielebein am frühen Abend vor einem Treffen des Landesvorstands. 

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag war die Linke laut dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag war die Linke laut dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.  © Fabian Sommer/dpa

21. September, 17.25 Uhr: Clan-Mitglied bei Linken-Party - Grüne sehen Klärungsbedarf

Die Grünen haben nach dem Besuch eines führenden Clan-Mitglieds und eines propalästinensischen Aktivisten auf einer Wahlparty der Linkspartei eine klare Distanzierung von ihrem möglichen Koalitionspartner eingefordert. "Eine Koalition mit uns gibt es nicht als Blankoscheck", sagte Grünen-Chef Felix Banaszak.

Berlin müsse eine Stadt bleiben, in der Jüdinnen und Juden ebenso wie Menschen muslimischen Glaubens und Menschen mit palästinensischer Familiengeschichte frei und sicher leben könnten, fügte Banaszak hinzu. Das müsse auch in möglichen Koalitionsverhandlungen klar verankert werden. 

21. September, 16.15 Uhr: Linke will Wohnungskonzerne enteignen – jetzt schlagen Banken Alarm

Die deutsche Bankenbranche warnt vor den Plänen der Berliner Linken, große Wohnungskonzerne zu enteignen.

Der Banken-Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft (DK) befürchtet, dass eine Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen keinen zusätzlichen Wohnraum schaffen, aber erhebliche Kosten für den Staat verursachen könnte. Zudem könnten Investoren abgeschreckt und dringend benötigtes privates Kapital für Neubau und Sanierungen ausbleiben.

Auch für Immobilienkredite sieht der Verband Risiken: Wenn bei einer Enteignung bestehende Grundschulden wegfallen, würden Banken wichtige Sicherheiten verlieren. Das könnte die Finanzierung von Immobilien verteuern – möglicherweise auch für private Bauherren.

Um die Wohnungsnot zu entschärfen, fordert die Deutsche Kreditwirtschaft stattdessen mehr Neubau, schnellere Genehmigungen und verlässliche Bedingungen für Investoren. Gleichzeitig drängt sie die Bundesregierung auf ein Gesetz, das für Klarheit beim Thema Vergesellschaftung sorgen soll.

Auch Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat die Gesetzespläne für ein Enteignungsverbot von Wohnungsgesellschaften bekräftigt.

21. September, 14.02 Uhr: War es das für die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt?

Die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt steht vor einer neuen Hürde. Denn die siegreiche Linke lehnt eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bislang ab.

Bereits am kommenden Samstag steht eine wichtige Entscheidung an: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will festlegen, welche deutsche Stadt sich um die Austragung der Spiele bewerben soll.

Die Berliner Linke hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. An dieser Haltung hat sich bislang nichts geändert. Noch in der vergangenen Woche machte Tobias Schulze, Vorsitzender der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, seine Position deutlich. Die Berliner würden Sport lieben, Olympia bringe dem Breitensport seiner Ansicht nach jedoch wenig.

Die Grünen lehnen eine Berliner Olympia-Bewerbung ebenfalls ab. Gleichzeitig gelten sie als möglicher Bestandteil einer künftigen Regierungskoalition.

21. September, 13.48 Uhr: Vonovia-Aktien fallen nach Berlin-Wahl

Die Vonovia-Aktie hat nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin deutlich nachgegeben. Das Ergebnis der Wahl verunsichert die Anleger.

Bis zum späten Montagvormittag verlor das Papier 2,2 Prozent auf 17,31 Euro und lag damit am Dax-Ende. Anleger sorgen sich wegen der von Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp angekündigten Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne.

Elif Eralps erklärtes Ziel ist die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Für die ohnehin schwächelnde Vonovia-Aktie geht es nach dem Linken-Wahlsieg weiter abwärts.
Elif Eralps erklärtes Ziel ist die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Für die ohnehin schwächelnde Vonovia-Aktie geht es nach dem Linken-Wahlsieg weiter abwärts.  © Sebastian Gollnow/dpa

21. September, 10.42 Uhr: Grüne stellen Bedingungen für Koalition mit der Linken

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (45) fordert von der Linken vor einer möglichen Regierungsbeteiligung eine klare Abgrenzung von Antisemitismus in den eigenen Reihen.

"Es muss klar sein, wie sie diese problematischen Teile ihrer Partei in die Schranken weisen", sagte Graf im RBB-Inforadio. Die Grünen sehen zudem beim Thema organisierte Kriminalität Gesprächsbedarf.

Die Linke wurde bei der Berlin-Wahl mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, die Grünen kamen auf 14,3 Prozent.

21. September, 10.38 Uhr: Brinker: AfD ist "sehr, sehr starke Opposition"

AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker (54) zeigt sich zufrieden mit dem Wahlergebnis ihrer Partei in Berlin. Mit 16,3 Prozent werde die AfD eine "sehr, sehr starke Opposition" sein.

"Wir werden alles tun, damit wir hier den Finger in die Wunde legen", sagte Brinker im RBB-Inforadio. Zugleich kündigte sie an, künftig stärker um junge Menschen, den Mittelstand, bürgerliche Wähler und Menschen mit Migrationsgeschichte werben zu wollen.

21. September, 10.32 Uhr: Reichinnek will Eralp im Roten Rathaus sehen

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek (38) weist Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei zurück. Es gebe eine klare rote Linie: "Wer die überschreitet, hat in dieser Partei nichts verloren", sagte sie im Deutschlandfunk.

Angesprochen auf den Besuch von Issa Remmo (58) bei der Wahlparty betonte Reichinnek, die Veranstaltung sei für alle offen gewesen. Remmo sei sofort weggeschickt worden. "Wir haben ja unsere Wahlpartys jetzt nicht mit Zäunen gesichert", sagte sie.

Zudem sprach sich Reichinnek für Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin aus: "Elif Eralp gehört ins Rote Rathaus."

Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Heidi Reichinnek (38), hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei zurückgewiesen und unterstützt die Berliner Linke.
Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Heidi Reichinnek (38), hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei zurückgewiesen und unterstützt die Berliner Linke.  © Jan Woitas/dpa

21. September, 9.45 Uhr: Giffey verpasst den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus

Franziska Giffey (48) ist nach der Berlin-Wahl nicht mehr im Abgeordnetenhaus vertreten. Die frühere Regierende Bürgermeisterin verlor ihren Wahlkreis in Rudow mit 26,3 Prozent knapp an den CDU-Kandidaten Olaf Schenk (27,7 Prozent).

Giffey fehlten gut 300 Stimmen. Da sie nicht über die SPD-Bezirksliste abgesichert war, war das Direktmandat ihre einzige Chance auf einen Wiedereinzug. Wie es für die prominente SPD-Politikerin nun weitergeht, ist offen.

Auch ohne Parlamentsmandat könnte sie theoretisch an Koalitionsverhandlungen teilnehmen oder erneut ein Senatorinnenamt übernehmen. Ebenso ist ein Ende ihrer politischen Karriere möglich.

Franziska Giffey (48, SPD), Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, hat ohne Direktmandat keine Chance auf einen Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.
Franziska Giffey (48, SPD), Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, hat ohne Direktmandat keine Chance auf einen Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.  © Christoph Soeder/dpa

21. September, 9.37 Uhr: Ermittlungen waren für Krach "kein Vorteil"

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) sieht die Ermittlungen gegen ihn als möglichen Faktor für das schlechte Wahlergebnis seiner Partei.

"Sie waren jedenfalls kein Vorteil", sagte er im RBB-Inforadio. Zugleich verwies Krach auf fehlenden Rückenwind von der Bundes-SPD.

Steffen Krach (47) räumt ein, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsannahme zum schlechten Wahlergebnis beigetragen haben könnten.
Steffen Krach (47) räumt ein, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsannahme zum schlechten Wahlergebnis beigetragen haben könnten.  © Christoph Soeder/dpa

21. September, 9.28 Uhr: Evers offen für Koalitionsgespräche

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) hält Reformen der Bundesregierung weiter für notwendig. Nach der Berlin-Wahl schließt er eine Regierungsbeteiligung seiner Partei nicht aus.

Entscheidend sei eine stabile und handlungsfähige Regierung, sagte Evers im RBB-Inforadio. Gleichzeitig erwartet er nach dem Wahlerfolg der Linken einen "Realitätscheck". Deren Wahlversprechen hätten wenig mit der Lage zu tun, in der sich Berlin aktuell und künftig befinde.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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