Nur zwei Gegenstimmen: Auch Grüne wollen Koalition mit Linken in Berlin
Von Stefan Kruse
Berlin - Rot-Grün-Rot rückt näher: Nach der SPD haben sich am Montagabend auch die Grünen für eine Koalition mit den Linken in Berlin entschieden - jetzt kann sich der Wahlsieger nur noch selbst in den Fuß schießen.
Die Grünen entschieden das auf einem kleinen Parteitag am Abend mit breiter Mehrheit, nur zwei der 45 Delegierten stimmten dagegen. Bei der SPD gab zuvor der Landesvorstand in einer digitalen Sitzung grünes Licht. 26 Teilnehmer votierten dafür und drei dagegen bei keiner Enthaltung.
Die Linke befindet darüber erst auf einem Parteitag am 31. Oktober. Grund sind die zweiwöchigen Herbstferien in der Hauptstadt. Im Falle einer Zustimmung können die Koalitionsgespräche Anfang November beginnen. Basis ist ein am vergangenen Wochenende vorgelegtes Sondierungspapier der drei Parteien.
Grünen-Fraktionschef Werner Graf (46) sagte: "Wir haben wirklich viele grüne Erfolge in das Sondierungspapier hinbekommen."
Dort seien etwa mehr Radwege festgeschrieben, mehr Qualität im Nahverkehr, kein Weiterbau der Autobahn A100. Es werde mehr Verkehrsberuhigung geben, sogenannte Kiezblocks. "In der Verkehrspolitik wird eine neue Zeit anbrechen", so Graf.
Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat bei der Wahl im September ihre Mehrheit verloren. Nun wird versucht, eine rot-grün-rote Regierung zu bilden. Gelingt das, könnte Linke-Fraktionschefin Elif Eralp (45) erste Regierende Bürgermeisterin ihrer Partei in Berlin werden.
Titelfoto: Christophe Gateau/dpa
