Sondierung beschlossen: Linke, Grüne und SPD streben Koalition in Berlin an

Von Stefan Kruse, Theresa Held

Berlin - Linke, Grüne und SPD in Berlin nehmen Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung auf. Das teilten die drei Parteien zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus mit.

Die Vertreter von Linken, Grünen und SPD haben sich am Donnerstag auf eine Vereinbarung verständigt, die den Weg für Sondierungsgespräche freimacht.  © Annette Riedl/dpa

Voraussetzung für diesen Schritt war eine gemeinsame Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus.

"Wir schützen jüdisches Leben, stärken das Miteinander und setzen uns für Frieden und Verständigung ein", hieß es in einer Vereinbarung der drei Parteien. Das Existenzrecht Israels sei "unverhandelbar".

Außerdem einigten sich die Parteien auf den Schutz jüdischen Lebens: "Wir stärken die Polizei und den Verfassungsschutz in ihrem Auftrag, jüdisches Leben in Berlin zu schützen."

Partei- und Fraktionsmitglieder, die gegen die beschlossenen Grundsätze verstoßen, müssen demnach mit dem Ausschluss rechnen. "Über die Konsequenzen entscheidet sie (die betroffene Fraktion) in eigener Verantwortung und kommuniziert ihre Entscheidung transparent", so der Beschluss.

Ebenfalls verständigten sich Linke, Grüne und SPD darauf, Kontakte zur organisierten Kriminalität strikt zu meiden und bei Verstößen zu ahnden.

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Vereinbarung zu Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität als Bedingung

Werner Graf (46, Grüne, l.), Steffen Krach (47, SPD, M.) und Kerstin Wolter (40, Die Linke) verkünden der Presse das Ergebnis.  © Annette Riedl/dpa

Mitglieder des Senats, Mandatsträgerinnen und -träger der Fraktionen und "unsere Parteien wahren eine klare Distanz zu Personen und Personenkreisen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden", heißt es in der Vereinbarung.

Es hieß, man steige auf Basis der Einigung direkt in Sondierungsgespräche ein. Linke, Grüne und SPD haben ihre Sondierungsteams bereits vor geraumer Zeit benannt.

Sondierungen zur Regierungsbildung sind noch keine Koalitionsverhandlungen. Dabei stecken die Beteiligten ab, welche Punkte ihnen besonders wichtig sind und ob Koalitionsverhandlungen überhaupt erfolgversprechend wären. Solche Gespräche können auch scheitern.

Grüne und SPD hatten eine Vereinbarung zu Antisemitismus, zum Umgang mit Rassismus und organisierter Kriminalität aber zur Bedingung für den Start von Sondierungsgesprächen gemacht. Hintergrund sind mehrere Vorfälle bei der Linken, die Besorgnis auch bei den potenziellen Koalitionspartnern ausgelöst hatten.

Teile der Berliner Linken stehen wegen ihrer Positionen zu Israel und Palästina und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik. Für Wirbel hatte unter anderem eine Wahlparty der Neuköllner Linken am 20. September gesorgt.

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