Armee auf höchster Alarmstufe: Eskalation zwischen Kosovo und Serbien?

Mitrovica, Kosovo - Die serbische Armee befindet sich nach Angaben des serbischen Verteidigungsministeriums auf der höchsten Alarmstufe. Im Nord-Kosovo wird ein Angriff auf militante Serben befürchtet, die Barrikaden errichten und den Kosovo nicht anerkennen wollen.

Mehrere Lastwagen, mit Steinen und Sand beladen, blockieren die Straßen zu einem von Bosniaken bewohnten Viertel in Mitrovica.
Mehrere Lastwagen, mit Steinen und Sand beladen, blockieren die Straßen zu einem von Bosniaken bewohnten Viertel in Mitrovica.  © Bojan Slavkovic/AP/dpa

Seit 18 Tagen herrschen Spannungen an der Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien. In der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica haben protestierende Serben nun eine Straßenblockade errichtet.

Die Protestierenden wollen eine Freilassung eines serbischstämmigen ehemaligen Beamten der Polizei Kosovos erreichen. Dieser habe laut den kosovarischen Behörden Angriffe auf Beamte der Wahlkommission geführt, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, seien im letzten Monat ebenfalls lokale Gerichtsbeamte und circa 600 Polizeibeamte in den nördlichen Regionen Kosovos zurückgetreten, um gegen das Vorhaben zu protestieren, serbische Auto-Kennzeichen durch kosovarische zu ersetzen.

Will Putin vom Ukraine-Krieg ablenken?

Die Nato-Schutztruppe KFOR steht zwischen den verhärteten Fronten an der kosovarisch-serbischen Grenze.
Die Nato-Schutztruppe KFOR steht zwischen den verhärteten Fronten an der kosovarisch-serbischen Grenze.  © Marjan Vucetic/AP/dpa

Wie aus einem Bericht von BBC hervorgeht, beschuldigt Serbien den Kosovo, "Terror" gegenüber den Serben zu verüben. Der Kosovo auf der anderen Seite beschuldigt die Serben, "paramilitärische" Gruppierungen zu unterstützen, die seit dem 10. Dezember die Straßen blockieren.

Ebenfalls werde Serbien vorgeworfen, in Putins Auftrag zu handeln und Unruhe im West-Balkan zu stiften, um vom Ukraine-Krieg abzulenken.

Aleksandar Vucic (52), der Präsident von Serbien, erklärt, dass er alle nötigen Maßnahmen ergreifen werde, um die serbischen Bürger und Serbien zu beschützen.

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Von der Regierung Kosovos auf der anderen Seite heißt es, dass man keinen Dialog mit "kriminellen Gangs" führen werde und dass die Barrikaden verschwinden sollen, wie Reuters berichtet.

Die Europäische Union versuche zwischen den beiden Konfliktparteien zu verhandeln und forderte die Führung beider Länder auf, "persönlich" zu einer politischen Lösung beizutragen. Während die EU vorschlage, der serbischen Minderheit in der Region eine gewisse Autonomie zuzusprechen, befürchte der Kosovo einen "Staat im Staat".

Seit 1999 sorgt die Nato-Schutztruppe KFOR für die Sicherheit im Kosovo. Sollte diese die Barrikaden nicht beseitigen, habe der Kosovo angekündigt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Titelfoto: Bojan Slavkovic/AP/dpa

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