Showdown um Premier-Nachfolge: Blamiert Boris Johnson die Briten?

London (Großbritannien) - Was ist nur aus den einst so stolzen Briten geworden?

Kehrt Boris Johnson (58) noch einmal auf die große Polit-Bühne zurück?
Kehrt Boris Johnson (58) noch einmal auf die große Polit-Bühne zurück?  © IMAGO/ZUMA Wire

Nach Wochen und gar Monaten voller politischer Slapstick-Einlagen droht nun ausgerechnet ein Todgesagter für die nächste Insel-Blamage zu sorgen. Ex-Premierminister Boris Johnson (58) hat Berichten zufolge trotz aller Skandale die nötige Anzahl an Unterstützern hinter sich versammelt, um erneut kandidieren zu können.

Genauer gesagt: Brexit-Boris braucht die Unterstützung von mindestens 100 Tory-Parlamentariern, um ins Rennen um die Nachfolge von Liz Truss (47) zu ziehen.

Zählten BBC und andere Medien bei ihm zunächst nur etwa 50, sickerte am Wochenende durch, dass der 58-Jährige die nötige Anzahl hinter sich versammelt haben soll.

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Für den vielfach ausgezeichneten Wissenschaftler und Hitler-Biografen Sir Ian Kershaw (79) ein möglicher "großer Fehler" und "Eigentor" der britischen Konservativen, so es wirklich zur Wiederwahl käme.

"Die hatten ihn rausgeschmissen, erst vor zwei Monaten. Er hat sich blamiert und war übrigens auch sehr unbeliebt in der Bevölkerung. Aber es ist eine vage Hoffnung vieler Tories, dass Johnson ein Gewinner von Wahlkampagnen ist."

Boris Johnson ohne Chance? Ex-Finanzminister Rishi Sunak gilt als Favorit auf Nachfolge von Liz Truss

Rishi Sunak (42) ist Favorit auf das Amt des britischen Premiers.
Rishi Sunak (42) ist Favorit auf das Amt des britischen Premiers.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Doch um wirklich wieder in 10 Downing Street einziehen zu können, müsste sich Johnson - vorausgesetzt er kandidiert wirklich - erst einmal gegen Ex-Finanzminister Rishi Sunak (42) durchsetzen. Der gilt als Favorit auf das Amt und verkündete gestern offiziell seine Kandidatur.

"Großbritannien ist ein großartiges Land, aber wir sind in einer ernsthaften ökonomischen Krise. Deshalb möchte ich die Konservative Partei anführen und nächster Premierminister werden", schrieb er auf Twitter.

Ein erstes Treffen zwischen den Rivalen endete laut britischen Medienberichten übrigens ohne Ergebnis. Diese hatten zuvor spekuliert, beide könnten sich auf einen Deal einigen, um eine Spaltung der Tory-Partei zu vermeiden.

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So kursierte beispielsweise das Gerücht, dass Sunak, der mit seinem Rücktritt als Finanzminister im Sommer maßgeblich zu Johnsons Sturz beigetragen hatte, ihm einen Platz in seinem Kabinett anbieten könnte.

Dem erteilte Ex-Vize-Premier und Sunak-Unterstützer Dominic Raab (48) gestern allerdings eine Absage. "Ein Deal ist nicht der richtige Weg nach vorne."

Titelfoto: IMAGO/ZUMA Wire

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