Boris Johnson bezieht Stellung zur Partygate-Affäre: "Das waren regelkonforme Arbeitstreffen"

London - Seine Lockdown-Partys trugen maßgeblich zum Verlust seines Amtes bei. In einer Anhörung sagte Ex-Premier Boris Johnson (58) nun jedoch, es habe sich lediglich um "Versammlungen" gehandelt.

Boris Johnson (58) musste vor dem Privilegienausschuss des Unterhauses in London aussagen.
Boris Johnson (58) musste vor dem Privilegienausschuss des Unterhauses in London aussagen.  © House of Commons/UK Parliament/UK Parliament/AP/dpa

"Hand aufs Herz, dass ich nicht gelogen habe", sagte der 58-jährige Politiker über die umstrittenen Lockdown-Partys in der Downing Street vor einem parlamentarischen Ausschuss am Mittwoch.

Das sogenannte Privileges Committee wollte prüfen, ob Johnson das Parlament bewusst getäuscht habe.

Seiner Darstellung nach waren die Lockdown-Partys während der Corona-Pandemie in Wahrheit wichtige Versammlungen und regelkonforme Arbeitstreffen.

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"Wenn es für mich offensichtlich gewesen sein sollte, dass die Versammlungen gegen die Richtlinien und Regeln verstießen, dann muss es für Dutzende andere ebenso offensichtlich gewesen sein", sagte Boris Johnson und handelte sich damit einige Lacher ein.

Wie Daily Star berichtete, brachte Johnson auch Premierminister Rishi Sunak (42) ins Gespräch. Auch dieser habe 2020 an einer Geburtstagsfeier teilgenommen, ohne dabei auf die Idee gekommen zu sein, gegen die Vorschriften zu verstoßen.

Derzeit im Amt des britischen Premierministers: Rishi Sunak (42).
Derzeit im Amt des britischen Premierministers: Rishi Sunak (42).  © Roger Harris/UK Parliament via AP/dpa

Boris Johnson wurde vier Stunden lang zur Partygate-Affäre befragt

"Ich musste mich auf das verlassen, was mir von meinen hochrangigen Beratern gesagt wurde und das war auch meine Absicht", versuchte sich Boris Johnson herauszureden.

Er fügte hinzu: "Ich entschuldige mich dafür, dass ich dieses Haus versehentlich in die Irre geführt habe. Aber die Behauptung, ich hätte es rücksichtslos oder absichtlich getan, ist völlig unwahr."

Trotz der vierstündigen Anhörung dürfte die Partygate-Affäre für Johnson damit noch nicht vom Tisch sein.

Titelfoto: House of Commons/UK Parliament/UK Parliament/AP/dpa

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