Boris Johnson vor seinem Abschied: "Müssen uns jetzt zusammenraufen"

London - Der scheidende britische Premierminister Boris Johnson (58) hat die konservative Tory-Partei vor seinem Abschied zur Einigkeit aufgerufen.

Rishi Sunak (42) und Liz Truss (47) sind die Kandidaten um die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson.
Rishi Sunak (42) und Liz Truss (47) sind die Kandidaten um die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson.  © Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

"Das ist der Moment, an dem sich alle Tories zusammenraufen und hinter der neuen Spitze vereinen müssen", schrieb Johnson, der Anfang der Woche sein Amt abgeben wird, in einem Gastbeitrag im "Sunday Express".

Die Uneinigkeiten der vergangenen Wochen müssten nun beiseite gelegt und das Interesse des Landes an erste Stelle gerückt werden. Beide Kandidaten seien für die Herausforderungen des Amtes geeignet.

Favoritin Liz Truss (47) und ihr Rivale Rishi Sunak (42) sicherten am Sonntag in BBC-Interviews beide der britischen Bevölkerung erneut zu, schnelle Maßnahmen gegen die explodierenden Energiepreise zu ergreifen.

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Boris Johnson Boris Johnson: Britischer Ex-Premier kandidiert doch nicht erneut fürs Amt!

Sunak hatte dies schon länger versprochen, Truss hatte im Wahlkampf sofortige Steuersenkungen in den Fokus gestellt. Nach steigendem Druck versprach sie nun jedoch, innerhalb der ersten Woche der neuen Regierung konkrete Entlastungen anzukündigen.

Am Montag soll in London das Wahlergebnis der parteiinternen Abstimmung verkündet werden. Die Siegerin oder der Sieger wird dann am Dienstag von Queen Elizabeth II. (96) empfangen und formal das Amt des Premierministers übernehmen. In Umfragen liegt die derzeitige Außenministerin Truss deutlich vor Sunak.

Boris Johnson (58) muss sein Amt als britischer Premier in wenigen Tagen räumen.
Boris Johnson (58) muss sein Amt als britischer Premier in wenigen Tagen räumen.  © Chris Radburn/PA/AP/dpa

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon (52) hat wenig Vertrauen, dass Truss den enormen aktuellen Herausforderungen mit ihrer Politik gerecht werden kann. "Wenn sie so regiert, wie sie Wahlkampf gemacht hat, wird es ein Desaster", sagte Sturgeon dem Sender Sky News. Sie hoffe jedoch, dass das nicht der Fall sein werde. Sie kündigte an, sich um eine gute Arbeitsbeziehung zu bemühen.

Im Wahlkampf hatte Truss Sturgeon vorgeworfen, um Aufmerksamkeit zu heischen und erklärt, der beste Umgang mit ihr sei, sie zu ignorieren.

Titelfoto: Chris Radburn/PA/AP/dpa

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