Nachfolge von Steinmeier: Kanzler Merz will eine Bundespräsidentin

Von Michael Fischer, Leonie Asendorpf

Berlin - Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat sich dafür ausgesprochen, dass eine Frau auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) folgen soll.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, l.) möchte als Nachfolgerin für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) eine Frau vorschlagen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Ich werde der Partei eine gemeinsame Kandidatin vorschlagen, eine Kandidatin der politischen Mitte. Ich bin festgelegt, in der Frage, dass es eine Frau werden muss", sagte er bei der nicht-öffentlichen CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr.

Merz hatte sich in der Nachfolgedebatte bisher bedeckt gehalten. Mit seiner Festlegung auf eine Frau gibt er nun doch erstmals die Richtung vor.

Die CSU will die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61) zur Bundespräsidentin machen und hat dafür bereits die entsprechende Unterstützung aus Reihen der SPD und der Grünen bekommen. 

Politik Nach Rücktritt von Bas: Schwesig-Vorwürfe gegen die Union spitzen sich zu

Merz pocht allerdings momentan darauf, dass das Vorschlagsrecht bei der CDU als stärkster Kraft in der Bundesversammlung liegt. Das Gremium entscheidet am 30. Januar über die Steinmeier-Nachfolge. 

Anzeige

Vorentscheidung könnte in Sitzung der CDU-Gremien nächste Woche fallen

Merz will die Grünen in die Kandidatensuche einbeziehen.  © Kay Nietfeld/dpa

Aus der CDU werden Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53), Bildungsministerin Karin Prien (61), die Ex-Parteichefin, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (64) und darüber hinaus die hessische Fraktionsvorsitzende Ines Claus (49) als mögliche Kandidatinnen genannt. 

Bisher waren auch Männer im Gespräch für das Amt: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54), Verfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth (54) und zudem der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Udo di Fabio (72). Sie dürften allerdings keine Chance mehr haben. 

Union und SPD haben in der Bundesversammlung eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Sie setzt sich aus den 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Wahlleuten der Länder zusammen. Merz will die Grünen in die Kandidatensuche einbeziehen.

Politik Erstes Interview nach Rücktritt: So erklärt Ex-SPD-Chefin Bärbel Bas ihre Entscheidung

Eine Vorentscheidung könnte in der Sitzung der CDU-Gremien nächste Woche Montag fallen.

Bis dann will Bundeskanzler Merz zunächst Gespräche mit den Landesvorsitzenden der CDU, aber auch mit der CSU führen. Ziel ist es entsprechend, zunächst zu einem gemeinsamen Vorschlag der beiden Unionsparteien zu kommen.

Mehr zum Thema Politik: