Alle wollen Angela Merkel sehen: Berliner Museum erlebt Besucheransturm
Von Julia Kilian
Berlin - "Wo geht es denn zum Merkel-Porträt?" Diese Frage hören die Mitarbeiter im Bode-Museum derzeit häufiger. Seit das Porträt der Ex-Kanzlerin ausgestellt ist, sind die Besucherzahlen fast doppelt so hoch. Interessierte sollten sich jedoch beeilen: Im Herbst zieht das Gemälde weiter in die sogenannte Kanzlergalerie des Bundeskanzleramtes.
Das Porträt von Ex-Kanzlerin Angela Merkel (71, CDU) beschert dem Berliner Bode-Museum mehr Publikum. Seitdem das Gemälde ausgestellt sei, seien die Besuchszahlen stark angestiegen, teilte ein Sprecher der Museumsinsel mit.
"Die tägliche Besuchszahl liegt im Schnitt um 85 Prozent höher als im Juni." Aktuell seien es rund 900 Besuche täglich. Ob der Trend weiter anhalten werde, lasse sich noch nicht abschätzen.
Merkel hatte sich lange Zeit gelassen, bis sie sich für einen Künstler entschied. "Ich brauchte Abstand", hatte sie bei der Enthüllung des Bildes Ende Juni gesagt.
Das Porträt sollte kein Punkt auf einer abzuarbeitenden To-do-Liste werden, "sondern ich wollte Freude an einem solchen Vorgang haben".
Merkel entschied sich für einen jungen Künstler
Gemalt wurde das Porträt vom deutsch-französischen Künstler Jérémie Queyras. Der 28-Jährige stammt aus einer Freiburger Musikerfamilie und hatte sich bei Merkel 2022 handschriftlich beworben.
Das Gemälde zeigt die frühere Kanzlerin mit leuchtend blauem Blazer vor goldbraunem Hintergrund. Gemalt wurde sie stehend bis zu den Knien, die Hand hat sie auf einer Stuhllehne abgelegt.
Gezeigt wird es noch bis zum 4. Oktober im Bode-Museum. Danach soll es als Leihgabe an das Kanzleramt gehen.
Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa
