Debatte über Ministeramt: Will Palmer OB in Tübingen bleiben?
Von David Nau
Stuttgart/Tübingen - Boris Palmer (53, parteilos) will Oberbürgermeister in Tübingen bleiben. Das habe er Grünen-Politiker Cem Özdemir (60) gesagt, teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass Palmer Minister in der künftigen Landesregierung werden könnte.
Özdemir hatte im Wahlkampf die Nähe zu Palmer gesucht, der früher den Grünen angehörte und inzwischen parteilos ist. Palmer hatte Özdemir wiederholt seinen Rat und seine Unterstützung angeboten, sich aber nie klar zu den Spekulationen geäußert, dass er Minister in einer Landesregierung von Özdemir werden könnte.
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hatte jüngst ergeben, dass sich mehr als ein Drittel der Menschen im Südwesten wünscht, dass Palmer nach der Landtagswahl eine Rolle auf Landesebene spielt.
39 Prozent gaben an, Palmer solle nach der Wahl ein Amt in der Landespolitik bekommen. Dagegen sprachen sich 18 Prozent der Befragten aus, 21 Prozent hatten keine Meinung, und weitere 21 Prozent kannten Palmer nicht.
2023 nach einem Skandal bei den Grünen ausgetreten
Palmer war zu Beginn seiner Karriere Landtagsabgeordneter und ist seit 2007 Oberbürgermeister von Tübingen. Er war bereits als möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (77, Grüne) gehandelt worden, bevor er 2023 nach mehreren Skandalen bei den Grünen austrat.
Über Palmers Rolle gibt es seit Längerem immer wieder Diskussionen. So hatte sich der 53-Jährige selbst kürzlich offen für eine Rückkehr zu den Grünen gezeigt. Auch führende Köpfe der Grünen hatten immer wieder Signale der Annäherung gesendet.
Spitzenkandidat Özdemir hatte schon vor längerer Zeit gesagt, er würde sich wünschen, dass es für Palmer einen Weg zurück in die Partei gebe. Ministerpräsident Kretschmann hatte gesagt: "Es wäre schön, wenn er wieder zurückkehrt."
Titelfoto: Katharina Kausche/dpa