Darf er das? Donald Trump provoziert Kanada und benennt Ontariosee in "Lake America" um
Washington (USA) - Im Handelsstreit mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump (80) seinen Konfrontationskurs weiter verschärft: Er unterzeichnete am Donnerstag in Washington ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in "Lake America" (Amerikasee).
Zugleich drohte Trump mit weiteren Namensänderungen - etwa für den Atlantik. Kanadas Premierminister Mark Carney (61) betonte, der Name des Sees, der sich auf beide Länder erstreckt, laute Ontariosee - "früher, jetzt und für immer".
Durch den Ontariosee verläuft die Grenze zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York. Das Gewässer gehört zu den fünf Großen Seen Nordamerikas.
Als Trump im Oval Office das Dekret zur Umbenennung unterzeichnete, waren hinter ihm zwei Karten zu sehen. Auf der einen prangte in Rot "Lake America" über dem Ontariosee. Eine zweite zeigte die Großen Seen mit der Überschrift "Making the Great Lakes Even Greater" (Die Großen Seen noch größer machen).
Trump nutzte die Gelegenheit, um erneut gegen die Nachbarn im Norden auszuteilen: "Die Leute fragen mich oft, mit wem der Handel am schlimmsten ist", sagte Trump. "Das ist einfach: Kanada." Die Verantwortlichen seien "fiese Leute".
Donald Trump spielt auch mit Gedanken, die Namen von Atlantik und Pazifik zu ändern
Der kanadische Premier führte bei X aus, dass der indigene Huronenstamm dem See seinen Namen gegeben habe. "Ontari'io" bedeutet demnach in ihrer Sprache "Der See ist schön, der See ist groß".
Der Name sei bereits mehr als 400 Jahre alt, der See habe ihn also lange vor der Gründung der kanadischen Konföderation und vor der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten erhalten.
Zwischen den USA und Kanada war am Wochenende nach dem Scheitern von Verhandlungen der Handelsstreit eskaliert. Nachdem die US-Regierung hohe Zölle gegen das Nachbarland verkündet hatte, verhängte Kanada Gegenzölle.
Trump hat wiederholt gefordert, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen. Am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit unterzeichnete er zudem ein Dekret zur Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika".
Die USA hätten jetzt einen Golf und einen See, sagte der US-Präsident bei seinem Auftritt im Weißen Haus. "Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean. Vielleicht müssen wir also den Namen des Atlantiks und/oder des Pazifiks ändern", fügte Trump hinzu. Eigenmächtig internationale Gewässer umbenennen kann der 80-Jährige aber nicht. Er kann allerdings anordnen, dass offizielle US-Regierungsdokumente und -karten geändert werden.
Titelfoto: Montage: Keito Newman/The Canadian Press via AP/dpa, JIM WATSON / AFP

