Grafenwöhr/Vilseck - US-Präsident Donald Trump (79) setzt seine Drohung um und lässt 5000 Soldaten aus Bayern abziehen.
Wie der Bayerische Rundfunk am Montag berichtetet, soll es sich dabei um die Stryker-Brigade aus Vilseck in der Oberpfalz handeln.
Am Stützpunkt der US-Armee in Grafenwöhr/Vilseck leben Zehntausende Soldaten mit ihren Familienangehörigen. 5000 von ihnen sollen nun Deutschland verlassen.
Das Pentagon hatte bereits am Freitag verkündet, dass die Truppen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgezogen werden.
Trump reagiert damit angeblich auf Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU), der sich kritisch zum Iran-Krieg geäußert hatte. So hatte Merz gesagt, dass die Iraner die USA mit den seit zwei Monaten andauernden Verhandlungen zum Krieg demütigen würden.
Trump reagierte prompt eingeschnappt und schrieb auf Truth Social: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!"
Bürgermeister fürchtet um Wirtschaft in Vilseck: "Das trifft uns hart"
Das 2nd Cavalry Regiment in den Rose Barracks auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stand 2020 schon kurz vor einem Abzug. Als Trump damals die Wahl gegen Joe Biden (83) verlor, wurde der Abzug jedoch wieder gestoppt.
Vilsecks Bürgermeister Thorsten Grädler (EHB-FW) erklärte nun gegenüber dem BR: "Ist schon heftig. Also, das trifft uns hart". Zusammen mit den Familien wären über Zehntausend Amerikaner betroffen und damit auch die wirtschaftliche Monokultur der Kleinstadt. Grädler hofft derweil noch den Abzug abwenden zu können.
Geschlossen wird der US-Standort in Bayern jedenfalls nicht. Mindestens 8000 Soldaten bleiben dauerhaft auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stationiert. Die US-Armee hatte zuletzt erst in den Stützpunkt investiert und zahlreiche neue Häuser für die Familien gebaut.
Militärstützpunkte in Europa sind für die Amerikaner etwa bei Einsätzen im Nahen Ostern von Bedeutung. In Deutschland sind vor allem das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz, als Drehkreuz der US-Luftwaffe, relevant.