Von Verena Schmitt-Roschmann, Michael Fischer
Berlin - Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat die Reformfähigkeit Deutschlands und die Chance auf einen grundlegenden Wandel bis 2035 beschworen.
Er sei überzeugt: "Deutschland hat die Kraft für Reformen, Deutschland hat die Kraft für einen neuen Aufbruch", sagte der CDU-Vorsitzende beim CDU-Wirtschaftsrat in Berlin.
Er glaube daran, dass das Land 2035 grundlegend anders aussehen werde, sagte Merz. So würden etwa bis dahin Behördengänge und Genehmigungen digitalisiert sein, der Staat werde nicht mehr als Hindernis empfunden werden, Misstrauen werde durch Vertrauen ersetzt, Energie wieder bezahlbar und verlässlich sein.
"Kurzum: Ich glaube daran, meine Damen und Herren, dass Deutschland des Jahres 2035 ein Land ist, das wieder an sich glaubt, ein Land, das frei ist, was sicher geblieben ist und das seinen Wohlstand auch für nachfolgende Generationen erhält", sagte Merz. Das sei keine Utopie, sondern erreichbar.
Merz gestand ein, dass die Stimmung im Land kritisch sei.
Es geht um sehr reale Probleme
"Ich nehme diese Stimmung auf, ich nehme sie an und ich nehme sie sehr ernst. Denn mir ist bewusst, es geht hier nicht um Launen des Augenblicks, es geht nicht um Befindlichkeiten, es geht um sehr reale Probleme." Die Lage sei ernst, jeden Tag gingen Arbeitsplätze verloren und Unternehmen in die Insolvenz.
Aber er kam auch zu dem Schluss: "Nur Doom and Gloom 24/7 hält auch die stärkste Gesellschaft auf Dauer nicht aus, ohne am Ende auseinanderzufallen. Und dafür gibt es – bei aller berechtigten Kritik, die ich aufnehme und die ich annehme –, dafür gibt es keinen Anlass."