Merz will bei Krankenkassen ran: CSU-Mann schießt sofort dagegen
Von Marco Hadem, Michael Donhauser, Christoph Trost
Bad Staffelstein - Der Bundeskanzler will über Änderungen beim dualen System von privater und gesetzlicher Krankenversicherung reden. Aus Bayern kommt prompt massive Kritik.
Dem Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU), private und gesetzliche Krankenversicherung stärker zu verzahnen, hat der Fraktionschef der CSU im Bayerischen Landtag eine klare Absage erteilt.
"Ich finde, man muss immer gut nachdenken, bevor man jetzt neue Vorschläge macht", sagte Klaus Holetschek (61) bei der Herbstklausur seiner Fraktion im oberfränkischen Kloster Banz bei Bad Staffelstein in Richtung des Kanzlers.
Das Ziel, zeitnah Arzttermine auch für gesetzlich Krankenversicherte anzubieten, könne mit einer Patientensteuerung verfolgt werden, mit einer Termingarantie und einem leichteren ambulanten Zugang zum Krankenhaus. Das Problem werde nicht dadurch gelöst, dass man ein duales System, das sich über Jahrzehnte bewährt habe, zur Disposition stelle, sagte der frühere bayerische Gesundheitsminister.
Merz hatte erklärt, er sehe ein Gerechtigkeitsproblem bei der Gesundheitsversorgung. Es gebe gute Gründe für beide Systeme. "Aber wenn die Bevölkerung das als ein so massives Problem ansieht, und ich teile die Einschätzung, dann müssen wir daran etwas ändern. Und genau darüber werden wir reden."
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