Berlin - Der kommende Sonntag könnte für die Kanzlerschaft von Friedrich Merz (70, CDU) zum Schicksalstag werden. Offenbar will Merz parteiintern die Vertrauensfrage stellen.
Unter Berufung auf regierungsnahe Quellen berichtete "Table.Briefings" in seinem Podcast am Dienstagmorgen, dass Merz die Mitglieder der Unions-Spitze für den großen Wahl-Sonntag ins Kanzleramt eingeladen habe.
Dort sei demnach deutlich mehr geplant, als bloß die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und die Abgeordnetenhauswahl in Berlin gemeinsam zu verfolgen.
Vielmehr wolle Merz gegenüber der Parteispitze eine "Vertrauensfrage" stellen, hieß es. Freiwillig sein Amt niederlegen wolle er hingegen nicht, zitierte "Table.Briefings" eine anonyme Quelle.
Stattdessen wolle der Kanzler seiner Parteiführung einen "schärferen Reformkurs" und "mehr Druck" auf die SPD anbieten.
Welche Unions-Politiker bei dem Kanzleramts-Treffen tatsächlich dabei sein werden, blieb hingegen noch unklar. Laut dem Bericht sei CSU-Chef Markus Söder (59) nicht dabei, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU) dagegen schon.
Angesichts der jüngsten Wahlergebnisse der CDU sowie der niedrigen Beliebtheitswerte für den Kanzler wurde zuletzt verstärkt über einen möglichen Rücktritt von Merz spekuliert.