München - Der Tod des stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger (†55) löst insbesondere im Freistaat Bestürzung aus. Bei einem Pressetermin am Donnerstag zeigte sich Markus Söder (59) tief erschüttert und ordnete eine Trauerbeflaggung an.
"Ich bin echt schockiert und auch getroffen", so der Parteivorsitzende der CSU.
Am Mittwoch wurde Aiwanger leblos in einem Berliner Hotel entdeckt. Ministerpräsident Söder erfuhr nach eigenen Angaben erst am späten Abend durch Innenminister Joachim Herrmann (70, CSU) von der Nachricht. "Ich habe es, wie viele andere, nicht glauben können", erklärte Söder.
Söder betonte, dass Aiwangers Tod sowohl politisch als auch menschlich eine große Lücke hinterlasse. Seinen langjährigen Stellvertreter würdigte er als "echtes Mannsbild, starken Bayern, guten Wirtschaftsminister, aber auch einen warmherzigen Menschen". Zudem hob er dessen Bescheidenheit, Fleiß und großes persönliches Engagement hervor.
"Es tut mir von Herzen leid", betonte der 59-Jährige. Neben der politischen Zusammenarbeit werde Söder vor allem Aiwangers Humor und die persönlichen Gespräche in Erinnerung behalten. Trotz unterschiedlicher Auffassungen habe beide eine enge Zusammenarbeit verbunden.
Die gemeinsame bürgerlich-liberal-konservative Ausrichtung von CSU und Freien Wählern solle auch künftig Bestand haben – "in seinem Sinne, in unserem Sinne". Abschließend sprach Söder der Familie und den Angehörigen sein Mitgefühl aus: "Wir trauern und beten mit ihnen."
Trauerbeflaggung und Kondolenzbuch in München
Zum Gedenken an Aiwanger hat Söder zudem eine Trauerbeflaggung im gesamten Freistaat veranlasst. Ab Freitag haben Bürgerinnen und Bürger außerdem die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch im Münchner Prinz-Carl-Palais einzutragen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner möchte sich bereits am Freitagnachmittag dort verewigen.
Abschließend bezeichnete Söder Aiwanger als eine Persönlichkeit, die die bayerische Politik nachhaltig geprägt habe. Besonders dessen Bodenständigkeit und Verbundenheit mit der Natur und dem ländlichen Raum hob er hervor. Aiwanger habe Politik "mit Herz und Verstand, ohne Ideologie, aber mit einem großen Herz" betrieben. "So einer fehlt." Die Nachricht von seinem Tod werde noch lange Zeit brauchen, um verarbeitet zu werden.