Hubert Aiwanger (†55) tot in Berliner Hotel aufgefunden
München/Berlin - Der Chef der Freien Wähler und Vize-Ministerpräsident von Bayern, Hubert Aiwanger (55), ist am Mittwoch tot in einem Hotel in Berlin-Mitte aufgefunden worden.
Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus hochrangigen bayrischen Regierungskreisen. Zuerst hatte "BILD" berichtet.
Demnach sollte der 55-Jährige das Hauptstadtbüro der Freien Wähler in Berlin eröffnen – doch er blieb aus gesundheitlichen Gründen diesem Termin fern.
Aiwanger war nicht verheiratet, hinterlässt jedoch zwei gemeinsame Söhne mit der Kommunalpolitikerin Tanja Schweiger (48).
Der im niederbayerischen Landkreis Landshut geborene Politiker bekleidete als Stellvertreter von Markus Söder (59, CSU) das zweithöchste politische Amt in Bayern.
Zu den Hintergründen seines Todes gibt es noch kein offizielles Statement. Laut Informationen verschiedener Medien soll er im Hotel "Neuer Fritz" aufgefunden worden sein.
"Flugblatt-Affäre" kostete ihn beinahe seine Ämter
Hubert Aiwanger war im Kabinett von Söder seit Jahren als Wirtschaftsminister tätig. Er geriet auch innerhalb der eigenen Partei mehrmals wegen populistischer Äußerungen in die Kritik.
Vor allem mit seinem scharfen Ton gegen die Migrationspolitik der Bundesregierung und seine Kritik an deren Energie- und Wirtschaftspolitik verschafften ihm immer wieder einen Platz in Pressemeldungen und Talkshows.
Die sogenannte "Flugblatt-Affäre" Ende August 2023 jedoch hätte für ihn beinahe das Ende seiner politischen Karriere bedeutet.
Söder ließ ihn im Amt – jedoch mit der Warnung, dass keine weiteren derartigen Vorfälle mehr passieren dürften.
Helmut Aiwanger, der Bruder des Politikers, äußerte sich schließlich öffentlich, dass er das antisemitische und rechtsextreme Schreiben verfasst hätte. Eine eindeutige Aufklärung des Falles gab es nie.
Zuletzt aktualisiert: 22.19 Uhr
Titelfoto: Armin Weigel/dpa

