Berlin - CDU-Politiker Jens Spahn (46) ist durch die Unterstützung einer Leihmutter aus den USA Vater geworden. Weil in Deutschland Leihmutterschaften verboten sind, sind Aufschrei und Kritik groß. Jetzt äußert sich der 46-Jährige erstmals selbst.
"Es ist einfach toll, es ist ein tolles Gefühl", sagte Spahn im Gespräch mit "Bild"-Vize Paul Ronzheimer (40) über die Geburt seines Sohnes. Weiter erklärte er: "Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen, haben wir uns für diesen Weg entschieden."
Es gebe in diesen Fragen "manchmal kein Schwarz und Weiß und keine einfachen Entscheidungen", so der 46-Jährige.
Zu seiner neuen Verantwortung gegenüber seinem Kind meinte Jens Spahn, er wolle versuchen, seinem Sohn "zu helfen, hoffentlich ein guter Mensch zu werden, seinen Platz im Leben zu finden und auch was weiterzugeben".
Erziehungsziel sei vor allem eines: "Das Wichtigste für ein Kind ist Liebe – angenommen sein, Unterstützung kriegen, Geborgenheit empfinden und erfahren. Das werden und wollen wir unserem Sohn geben."
Sowohl er als auch Ehemann Daniel Funke hätten von Anfang an beide den Wunsch nach einem eigenen Kind gehabt: "Jetzt sind wir Familie und freuen uns."
Jens Spahn und Partner entschieden sich bewusst für USA
Das Paar entschied sich bewusst für eine Leihmutterschaft in den USA, weil dort ihrer Meinung nach gute Bedingungen gelten.
So würden Agenturen prüfen, "dass die Frau finanziell unabhängig ist, dass sie bereits mindestens ein Kind bekommen hat, dass sie in einer gefestigten Familiensituation und Lebenssituation ist".
Zur rechtlichen Situation in Deutschland sagte Spahn: "In Deutschland ist die Vermittlung einer Leihmutterschaft und die ärztliche Behandlung verboten – zum Beispiel das Einsetzen einer Eizelle und die ganze ärztliche Begleitung des Prozesses. Das ist das, was verboten ist. Eltern werden oder Leihmutter sein steht nicht unter Strafe."
Zu seiner politischen Zukunft erklärte Spahn lediglich: "Ich werde die Frage, wie es weitergeht, mit der Fraktion natürlich erörtern, wenn wir uns im September wiedersehen."