Berlin - Die vierteilige "Inside CDU"-Doku des ZDF beleuchtet eine Partei, die sich im Abstiegskampf befindet. Vor allem für Philipp Amthor (33) fällt das Urteil der Zuschauer vernichtend aus.
"Es geht für die CDU ums Ganze", mahnt Philipp Amthor (33) gleich in der ersten Folge der zweiten Staffel. "Und wir dürfen uns da über die AfD überhaupt keine Illusionen machen."
Amthor sitzt auf dem Rücksitz seiner Luxus-Limousine. Das verschmitzte Lächeln ist aus seinem Gesicht gewichen. Am Tag zuvor hat seine Partei in Sachsen-Anhalt eine schwere Niederlage kassiert.
Die AfD wolle "eine komplette Veränderung des Systems", sagt der 33-Jährige. "Und wenn wir so dumm sind, uns darauf einzulassen - entgegen der Grundprinzipien der CDU - dann ist das existenzgefährdend."
Trotzdem bleibt Amthor selbstbewusst - und das aus gutem Grund. Denn parallel zur Niederlagenserie der CDU im Wahljahr 2026 macht er Karriere. Während Carsten Linnemann (49) ins Gesundheitsministerium wechselt, steigt er ins Kanzleramt auf. "Das ist natürlich auch ein Karrieresprung", sagt er zufrieden.
Amthor, der ursprünglich als junger Hoffnungsträger der Union präsentiert wurde, kommt beim ZDF-Publikum weniger gut an. Nach Veröffentlichung der einzelnen Folgen fällen viele Zuschauer ein scharfes Urteil über Amthors Auftreten und Gehabe.
Philipp Amthor zeigt Strandkorb und prunkvolles Büro
"Dagegen wirkt Ludwig XIV. wie ein bodenständiger Dude", schreibt ein Nutzer auf X. "Danke, Sugardaddy!", kommentiert ein Zuschauer und bezieht sich damit auf das gute Verhältnis zwischen Amthor und Bundeskanzler Friedrich Merz (70). "Es sind immer die gleichen Clowns", meint ein weiterer Kommentator.
Während Amthor die langen Flure des Kanzleramts entlang stolziert und an den Porträts früherer Kanzler vorbeikommt, erreicht er schließlich sein pompös ausgestattetes Büro. Im Hintergrund stehen teure Designer-Möbel von "Cassina Le Corbusier".
Auch die Terrasse wird gezeigt. Amthor präsentiert dort einen blau-weiß gestreiften Strandkorb und gewährt einen exklusiven Blick über den Kanzlergarten. Die prunkvollen Bilder konterkarieren geradezu den Absturz der CDU - und wirken damit wenig glaubhaft.
Während sich die Union längst in einem existenziellen Kampf um ihre Rolle als Volkspartei befindet, scheint Amthor seine politische Karriere auf Kosten der Steuerzahler zu genießen.
Dabei mangelt es nicht an Warnsignalen: Dass es der Partei vielerorts kaum noch gelingt, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, zeigte sich zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie mit nur 4,9 Prozent aus dem Landtag flog.