Berlin - Wie sollte sich Deutschland aus Sicht der AfD im Wettstreit der Großmächte positionieren? Bei "Caren Miosga" stellte AfD-Parteichef Tino Chrupalla (50) zentrale Pfeiler der deutschen Außenpolitik infrage.
"Ich bin für den Verbleib in der NATO, ganz klar", stellte Chrupalla fest. Dennoch sei die NATO für ihn "kein reines Verteidigungsbündnis", sondern eine Allianz, in der unterschiedliche nationale Interessen aufeinanderträfen.
Zu einem möglichen Austritt aus der NATO sagte er: "Die Möglichkeit muss es immer geben, genauso wie es diese in der EU gibt."
Deutschland zahle hohe Beiträge und investiere erhebliche Mittel in Verteidigung und Rüstung. "Wenn man Einzahler ist, wenn man große Beträge bezahlt, muss man auch ein Mitspracherecht haben", so der AfD-Vorsitzende.
Wie schon in der Vergangenheit sprach sich der 50-Jährige gegen militärische Eskalations- und Abschreckungslogik aus. "Wir sollten schleunigst dazu kommen, dass wir Russland wieder als Teil Europas betrachten. Ich sehe aktuell nicht, dass Deutschland von Russland bedroht ist."
Chrupalla forderte diplomatische Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin (73), um den Ukraine-Krieg zu beenden.
Hitzige Diskussion zwischen Caren Miosga und AfD-Chef Tino Chrupalla
Als zentralen Faktor für den Ausbruch des Krieges nannte Chrupalla die westliche Bündnispolitik. "Das ist ein Stück weit die NATO-Osterweiterung."
Als Moderatorin Caren Miosga (56) diese Argumentationslinie als Übernahme russischer Propaganda kritisierte, wies der AfD-Chef den Vorwurf scharf zurück. "Wenn Sie anfangen mit 'Kreml-Propaganda', dann wollen Sie eigentlich die Fakten und auch meine Argumente überhaupt nicht mehr hören. Das ist einfach eine Unterstellung."